Baumaschinen-Vermieter klarx startet Expansion via Österreich

Baumaschinen-Vermieter klarx startet Expansion via Österreich

klarx-Gründer Matthias Handschuh, Vincent Koch und Florian Handschuh wollen das Top-Internetprtal für die Vermietung von Baumaschinen werden.

Das im Jahr 2015 gegründete deutsche Start-up für die Vermietung von Baumaschinen eröffnet in Österreich seine erste Auslandsniederlassung. Die aus Tirol stammenden klarx-Gründer haben große Pläne, prominente Kapitalgeber im Rücken und erste Härten im Bausektor zu spüren bekommen.

Start-up-Companys, die üblicherweise im Wiener Start-up-Hub weXelerate Medienvertreter treffen, um ihre Story und Company zu präsentieren, können üblicherweise gleich noch einen Finanzinvestor mitliefern.

Beim Münchner Start-up klarx ist das ein wenig anders. Die Brüder und Gründer Matthias und Florian Handschuh sowie Co-Gründer Vincent Koch wollen mit ihrer Baumaschinen-Vermietungsplattform klarx nun in Österreich die erste Auslandsniederlassung gründen. 300 Vermieter sind bereits als Anbieter auf der österreichischen Version klarx.at eingeschrieben. 6000 Mietpartner zählt klarx bereits auf der deutschen Version des Portals. 250.000 Maschinen für den Bausektor sind im Fundus des Portals.

Im Jahr 2015 hatten die drei Gründer die Idee zu klarx.de. Das Marktpotenzial am Mietmarkt für Baumaschinen schätzen die klarx-chefs auf 25 Milliarden Euro pro Jahr alleine für Europa, etwas mehr als doppelt hoch wie den Mietauto-Markt, wo pro Jahr 12 Milliarden Euro Umsatz generiert wird.

Die Spezifika des Mietmarktes für Baumaschinen bestärkten die klarx-Gründer eine digitale Mietplattform hochzuziehen. „Die Maschinenmiete erfolgt größtenteils über Telefon, Fax und E-Mail und ist ineffizient, intransparent, was die Preise anbetrifft und stark regional ausgeprägt“, sagt klarx-Gründer und Gesellschafter Florian Handschuh. Die Preisvarianz könne bei dem ein und demselben Baumaschine bis zu 135 Prozent ausmachen. Zudem sei die Auslastung von Baumaschinen im Mietmarkt „unter 50 Prozent“.

Vom Marktplatz zum Dienstleister

Zunächst hatten die aus Tirol stammenden, in Deutschland aufgewachsenen Gründer den Plan, mit dem Baumaschinen-Vermiertungsportal als reine Vermittlungsplattform zu agieren. Etwa à la Internet-Zimmermakler Booking.com oder ähnlichen Plattform- und Marktplatzmodellen anderer Branchen. Doch bald wurde das Geschäftsmodell geändert. klarx fungiert nun als Generalunternehmer, was den Digitalisierungsprozess noch mehr forciert. Das Start-up steigt dabei als Dienstleister ein und fungiert nicht nur als Plattform und Makler. Die Handschuh-Brüder sehen sich mit klarx selbst als "Technology-Company".

Wenn ein Unternehmen etwa Hebebühne, Baufahrzeuge, Betonmaschinen, Kräne, Radlader, Bohrhammer oder Absperreinrichtungen und Bau-WCs benötigt, bietet klarx die komplette Dienstleistung, sorgt für die Logistik, Versicherung und verrechnet nun auch selbst mit den Bestellern. Ziel der klarx-Unternehmer ist mit dem Portal mit der Digitalisierung den Mietmarkt im Bau voranzutreiben.

klarx-Gründer Handschuh räumt ein, bereits auch die Härten des Bausektors erfahren zu haben, was etwas Zahlungsschwierigkeiten der Auftragnehmer anbetrifft. „Wir haben schon unser Lehren daraus gezogen“, sagt Florian Handschuh. Die Bonitätsüberpüfung der Kunden erfolgt digital über ein internes und externes Risikoscoring. Zudem fordert klarx Zahlung per Creditcard und Paypal.

Für den Sprung in die erste Auslandsniederlassung sei das Unternehmen ausfinanziert. „Wir wollen auch in Österreich eine eigenes Büro gründen“, sagt Florian Handschuh. Wann das sein wird, steht noch nicht fest. Weitere Expansionen stehen bereits am Radar. Die Schweiz, aber auch die skandinavischen Länder sind bereits im Fokus der Gründer. Die Internationalisierung ist im Gegensatz zu anderen Branchen nicht so einfach. „Jedes Land hat seine eigenen Spezifika“, sagt klarx-Chef Florian Handschuh.

Ungeachtet dessen, haben die Start-up-Gründer ein hehres Ziel: Sie wollen Europas größtes Baumaschinen-Vermietungsportal werden.

Das Millionending

Im September 2018 hatte das Start-up eine Series-A-Finanzierung in Höhe von vier Millionen Euro an den Haken genommen. Wie viel Prozent der Geschäftsanteile die drei klarx-Gründer jeweils mit heutigem Tage halten, wollte die Handschuh-Brüder nicht verraten, auch nicht die Beteiligungshöhe der neuen Miteigentümer. „Etwas mehr als die Hälfte“, so Florian Handschuh kurz und knapp. Mitbeteiligt sind seit September eigenen Angaben zufolge die neuen Geldgeber unter der Führung des Berliner VC-Fonds Target Global, der gemeinsam mit den Flixbus-Gründern und Delivery Hero-Gründer Lukasz Gadowski in das Baumaschinen-Vermietungsportal investiert hat.

Der burgenländische Stahlhändler und Fassadenbauer Unger Steel ist ebenso beteiligt. 250.000 Euro hat Unger gegen einen „kleinen Anteil“ investiert. "Für uns ist das Risikokapital. Es ist in erster Linie wichtig, Erfahrungen im digitalen Mietmarkt für Baumaschinen zu sammeln“, sagt Matthias Unger von der Unger Steel Group. Ungers Einkaufsabteilung ordert bereits Baumaschinen zur Miete via klarx für Projekte in Österreich und Deutschland. Für ein Bauprojekt bei Böhler in Kapfenberg kommt "ein Teil der benötigten Spezialmaschinen aus Deutschland, manche aus Österreich", sagt Unger dem trend.

Wo bleiben Haselsteiner & Strabag?

Klarerweise liegt angesichts der Branchenverwandtschaft, dem Faible für Start-ups und dem Ort des Pressekonferenz im Wiener Start-up-Hub weXelerate auf der Hand, dass klarx mit Bautycoon Hans Peter Haselsteiner wohl einen weiteren namhaften Investor gewinnen will. „Ein Gespräch haben wir schon gehabt“, sagt Florian Handschuh. Doch mehr offenbar nicht, man kennt sich. Auch wenn das Lächeln der Start-up-Gründer Handschuh, die Mimik mit dem gegenseitigen Blick eine zusätzliche, eine selbstredende, nicht kommentierte Antwort waren.

Haselsteiner hatte erst am Freitag eine Beteiligung an dem Wiener Unternehmen Blue Minds von Eveline Steinberger-Kern und ihrem Mann und Österreichs Ex-Kanzler Christian Kern bekanntgegeben. Blue Minds investiert in Innovationen und beteiligt sich an Start-up-Company.

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