appointmed: Start-up von Wien aus in den Iran

Das Wiener Start-up appointmed bietet eine intelligente Patientenverwaltung für Arztpraxen und Gesundheitszentren -nun auch für den Iran.

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appointmed: Start-up von Wien aus in den Iran

Auf dem Sprung ins Ausland: Die appointmed-Gründer Mario Habenbacher, CEO Patrik Inzinger, Bernhard Keprt und Christopher Supnig (von links).

Es gibt sie noch: Arztpraxen, die sich nicht von ihrer jahrzehntelang aufgebauten, analogen Patientenverwaltung trennen können. Man kommt also herein, und die Assistentin wühlt sich durch einen Berg von Karteimappen, um die passende Patientenakte zu finden. Oder - schon etwas fortschrittlicher - sie stöhnt, weil das veraltete Computerprogramm derart unpraktisch ist, dass die nötigen Daten einfach nicht auffindbar sind.

Mit der "unkomplizierten, mobilen und preiswerten All-in-one-Praxissoftware appointmed" soll das der Vergangenheit angehören, so die Wiener Gründer des gleichnamigen Start-ups. "Teure, komplizierte und bedienungsunfreundliche Software ist in vielen Praxen ein regelrechtes Hindernis und keine wirkliche Unterstützung", erklärt CEO Patrik Inzinger.

Das intuitiv bedienbare System von appointmed ermöglicht hingegen eine intelligente Terminverwaltung, die von mehreren Benutzern gleichzeitig eingesetzt werden kann; Patienten werden automatisch an zukünftige Termine erinnert, in einer verschlüsselten Patientenakte können sowohl der gesamte Behandlungsverlauf als auch alle Befunde digital abgelegt werden und ein integriertes Verrechnungssystem samt Registrierkassenfunktion ermöglicht das automatisierte Ausstellen von Rechnungen.

Vor allem auf die Sicherheit legt appointmed besonders Wert. CTO Bernhard Keprt programmierte zuvor bei der Oesterreichischen Nationalbank sechs Jahre lang verschiedene High-Security-Anwendungen. Das gab auch den Anstoß, sich auf die sensible Gesundheitsbranche zu spezialisieren. Inzinger: "Gerade im Bereich der Sicherheit haben wir ein enormes Know-how."

Nach Jahren der Entwicklung erfolgte im Jänner 2016 die Firmengründung. Rund 250 Kunden im deutschsprachigen Raum nutzen das Angebot bereits, das als "Software-as-a-Service" ab 69 Euro pro Monat angeboten wird.

Nun gelang dem inzwischen neunköpfigen Team ein besonderer Coup: Über die Vermittlung eines österreichischen Non-Profit-Unternehmens, das weltweit Gesundheitseinrichtungen entwickelt, schaffte es den Sprung weit über die Grenzen hinaus - konkret in den Iran, wo appointmed zwei Gesundheitszentren ausstatten darf. Auch Zentren in Indien und Thailand sind bereits geplant.

Das bis auf eine FFG-Förderung eigenfinanzierte Startup hat zwar bereits verschiedene Angebote von Investoren bekommen, will damit aber warten, bis in ein, zwei Jahren der Vertrieb so richtig auf globale Füße gestellt wird. Denn, so Inzinger:"Wir wollen aus eigener Kraft so weit wie möglich kommen."


Die Geschichte ist im trend 36/2017 erschienen

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