Wie man die Topfonds findet

Andreas Lassner-Klein, Geschäftsführer der Kepler Fondsgesellschaft

Andreas Lassner-Klein, Geschäftsführer der Kepler Fondsgesellschaft. Die Kapitalanlagegesellschaft der RLB OÖ wurde von Feri zum besten Universalanbieter in Österreich gewählt.

Welche Kriterien bei der Auswahl von Investmentfonds für eine gute Performance wichtig sind.

Im Tip&Win Börsespiel wird um die richtige Platzierung jeder einzelnen Aktie aus dem ATX gekämpft. In der realen Veranlagung greift man aber oft zu Fonds, die einem diese Entscheidungen abnehmen. Doch Vorsicht: Es gibt auch sogenannte "Schmuserfonds", die sich relativ nah an einem bestimmten Index orientieren. Das kann ein Branchen-,aber auch ein Länderindex sein. Dafür verlangt die Fondsgesellschaft aber trotzdem einen Ausgabeaufschlag, der bis zu fünf Prozent beträgt, und jährliche Managementgebühren.

Ein Indexfonds liefert hingegen genau die gleiche Performance -- zu deutlich geringeren Kosten. Bevor man einen Fonds kauft, sollte man also zunächst vergleichen, ob die darin enthaltenen Aktien nicht in Zahl und Gewichtung mit denen eines Index, wie beispielsweise dem ATX, dem DAX oder diversen Branchenindizes ident sind.

Suchhilfe

Es gibt aber auch genau das Gegenteil: Fonds, die von erfahrenen Investmentprofis gemanagt werden, die langfristig ihre Benchmarks deutlich übertreffen - und daher ihr Geld wert sind.

Jede große Bank hat ihre eigene Kapitalanlagegesellschaft, die Investmentfonds aufgelegt hat. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Bankberater zunächst jene Fonds anpreist, die aus dem eigenen Haus kommen. Das erste Argument eines Bankberaters, der einen Fonds verkaufen möchte, ist zunächst der Ausgabeaufschlag. Also der Prozentsatz vom gesamten investierten Kapital, der für den Kauf aufzuwenden ist. Für einen Fremdfonds fallen die vollen Spesen an, für den hauseigenen gibt er einen Discount. Da kann man sich bei größeren Summen gleich einmal ein paar Tausend Euro ersparen. Doch diese Ersparnis ist manchmal schlecht investiert. Wer nur wegen eines reduzierten Aufgabeaufschlags eine lahme Ente kauft, kann à la longue viel Geld verlieren.

Der wichtigste Tipp also: Informieren Sie sich vor Abschluss gründlich. Der trend beispielsweise liefert zu jedem Anlagethema auch die dafür besten Investmentfonds, um Orientierungshilfe bei Anlageentscheidungen zu geben. Das deutsche Wirtschaftsmagazin "Capital" führt auch Fondsbewertungen durch. Im jüngst erschienen "Fonds-Compass 2017" belegt die Kepler Fondsgesellschaft unter 100 bewerteten Kapitalanlagegesellschaften den dritten Platz. Besonders gute Entscheidungshilfen liefern auch Ratingagenturen wie Feri oder Morningstar. Feri hat die Kepler KAG zum besten Universalanbieter in Österreich gewählt.

Kennzahlen

Die wichtigste Kennzahl ist natürlich die Performance. Da Fonds speziell für langfristige Veranlagungen geeignet sind, sollte besonders die Performance über fünf Jahre betrachtet werden. Nur wenn ein Fonds über diesen Zeitraum eine Performance liefert, die besser als die eine vergleichbaren Index oder einer anderen Benchmark, kann er in Betracht gezogen werden.

Wer ruhig schlafen will, sollte auch die Volatilität im Auge behalten. Je höher die Volatilität ist, desto stärker schwanken die Kurse nach oben und unten. Und nicht zuletzt sollten die Kosten ins Auge genommen werden: Die Total Expense Ratio (TER) sollte möglichst niedrig sein. Sie gibt die gesamte Kostenbelastung, also Ausgabeaufschlag, Management-Fees oder Depotbankgebühren an. Im Schnitt liegt der Wert bei guten Fonds bei rund 1,5 Prozent.