Hebelzertifikate: Mit Turbo zu mehr Gewinn

Hebelzertifikate: Mit Turbo zu mehr Gewinn

Wer Mut zum Risiko hat, für den bieten Hebelzertifikate die große Chance, den Einsatz zu vervielfachen.

Wer auf schnelle Gewinne aus ist und eine gewisse Freude am Zocken mitbringt, für den ist eine Gruppe von Zertifikaten das richtige Anlagevehikel. Diese Anlageprodukte werden von speziellen Investmentgesellschaften begeben. Dabei ist wichtig, dass hinter diesen Emittenten eine Großbank steht, wie das beispielsweise bei den Zertifikaten von BNP Paribas der Fall ist. Denn anders als Aktien oder Anleihen zählen Zertifikate nicht zum Sondervermögen, das im Fall der Pleite einer Bank geschützt ist.

Kursgewinn

Den sanftesten Einstieg in die Welt des Zockens an der Börse bieten Outperformance-Zertifikate. Hier droht noch kein kompletter Kapitalverlust. Ein Anleger kann aber kurzfristig überproportional vom Anstieg des dem Zertifikat zugrunde liegenden Basiswerts profitieren. Ein Beispiel: Der Ausübungspreis beträgt 100 Euro (der Kaufpreis liegt darunter) und der Partizipationsfaktor beträgt 1,5. Notiert die Aktie am Ende der Laufzeit unter 100 Euro, erhält der Zeichner sein Geld in Aktien zurück. Liegt der Kurs jedoch z. B. bei 110 Euro, kommt der Partizipationsfaktor zum Tragen. Der Gewinn ist dann um 50 Prozent höher und der Zeichner erhält 115 Euro in bar.

Der Bonus bringt's

Bonuszertifikate rangieren auf der Risikostufe schon etwas weiter oben. Sie bieten nur noch einen bedingten Kapitalschutz, dafür aber eine schon etwas höhere Chance auf einen zum Einsatz überproportional höheren Gewinn. Es gibt bei diesen Zertifikaten eine Barriere, die den Verlust nach unten hin begrenzt. Und es wird ein Bonuslevel festgesetzt, bis zu dem man am Kursgewinn nach oben hin mitverdienen kann. Der Preis des Basiswertes beträgt beispielsweise 1.000 Euro. Die untere Barriere liegt bei 700 Euro. Der Bonuslevel wird mit 1.500 Euro festgelegt. Steht der Kurs der dem Zertifikat zugrunde liegenden Aktie am Ende der Laufzeit unter 700 Euro, erhält der Zeichner nur diesen Gegenwert in Aktien zurück.

Es gibt hier also das Risiko, 300 Euro oder mehr real zu verlieren. Und noch dazu die Gefahr, dass man statt Bargeld nur Aktien zurückerhält. Dafür sind auch die Gewinnaussichten höher. Denn erreicht die Aktie am Ende der Laufzeit nur einen Wert 1.200 oder auch nur 800 Euro, erhält der Zeichner dennoch 1.500 Euro ausbezahlt.

Power mit Turbo

Mit Turbozertifikaten können Anleger durch einen Hebeleffekt von fallenden oder steigenden Kursen profitieren. Es wird dabei nur ein bestimmter Basispreis, also nicht der volle Kurs der zugrunde liegenden Aktie, bezahlt. Für den verbleibenden offenen Teil gibt der Emittent dem Käufer einen Kredit. Für diesen gestundeten restlichen Betrag des gesamten Werts zahlt man nur die Kreditzinsen, auch das Aufgeld genannt. Liegt der Kurs der Aktie am Ende der Laufzeit über dem Ausgabekurs, kann der Zeichner des Zertifikats mit einem geringen Einsatz ein Vielfaches an Gewinn erzielen. Doch dafür gibt es auch ein extrem hohes Risiko: Turbozertifikate haben eine Kursschwelle (Knockout-Barriere). Sinkt der Kurs unter diesen Wert, verfällt das Zertifikat und das Geld ist verloren.

Turbozertifikate sollten nur von erfahrenen Tradern gekauft werden!