Wissen Sie, was Ihre Kinder mit Tablet und Smartphone anstellen?

Wissen Sie, was Ihre Kinder mit Tablet und Smartphone anstellen?

Kostenpflichtige Apps herunterladen, Zombies eine Sonderausrüstung spendieren, Homer Simpson ein paar Donuts kaufen: Es gibt viele Möglichkeiten, wie Kinder die Kreditkartenabrechnung mit Überraschungen garnieren können.

Die Überraschung kam mit der Kreditkarten-Abrechnung: Ein höherer zweistelliger Betrag war abgebucht worden für Einkäufe in einem der Online-Shops von Apple oder Google. Die Summe war zwar verkraftbar, doch die Eltern fragten sich doch, wann sie eigentlich die Spezial-Edition von „Angry Birds“, die Pro-Version von „Need for Speed“ oder virtuelle Geldbeträge für irgendeine Aufbausimulation gekauft hatten. Die Lösung: Die lieben Kleinen hatten sich selbst einige kostenpflichtige Apps gegönnt – aufgrund der notwendigen Voreinstellung auf den Mobilgeräten ist dies meist ganz einfach möglich.

Eine aktuelle Untersuchung von Microsoft in England, für die 2000 Eltern befragt wurde, zeigte Erstaunliches: Fast ein Drittel der Eltern gab an, dass ihre Kinder ohne Erlaubnis via Smartphone oder Tablet eingekauft hatten. Und von diesen wiederum gaben mehr als 80 Prozent an, dass sie von der Höhe der Beträge auf ihrer Monatsrechnung doch „geschockt“ waren. Microsoft, dass mit der Studie auch die eigene Kindersicherung in seinem Windows 8-System bewerben will, hat einen jährlichen Betrag von 30 Millionen Pfund errechnet, der durch solche - familienintern illegalen – Einkäufe umgesetzt wird.

Problem: Einkaufen ohne Kontrolle

Das Problem wird in Österreich definitiv ein ähnliches Ausmaß haben, der oftmals hirnlose Umgang mit Tablet und Smartphone ist ja schließlich ein weit verbreitetes Phänomen. Und es geht nicht nur ums liebe Geld: Wenn viele Eltern schon bei PC- und Konsolenspielen trotz weithin sichtbarer Alterskennzeichnung keine rechte Ahnung haben, wie sie damit umgehen sollen („Da steht drauf: Ab 18. Ist das für meinen Zehnjährigen erlaubt?“) – dann erst recht bei Tablet-Apps, die auf den ersten Blick harmlos und niedlich aussehen. Natürlich können etwa Gewaltspiele wegen der kleinen Bildschirme nicht so brutal wirken wie auf dem Fernseher oder dem PC-Bildschirm, doch auch unter den Apps gibt es Games, die erst ab 16 oder 18 Jahren gespielt werden sollten, etwa „Modern Combat“.

Unerlaubte Zugriffe verhindern

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, den Zugriff der Kinder auf unerlaubtes Material oder Einkäufe ohne Kontrolle zu verhindern. Hier eine Auswahl:

1. Tablet oder Smartphone sperren

Mit einer PIN-Code-Sperre wird verhindert, dass Tochter und/oder Sohn mit dem Mobilgerät hantieren, ohne dass es erlaubt wurde. Natürlich sollte der Code nicht unbedingt das Geburtsdatum sein.

2. Einkäufe verhindern

Auf Android-Geräten kann unter den Einstellungen für Google Play (das ist der Store für Android) fixiert werden, dass vor dem Kauf von Apps, Musik oder Filmen das Passwort eingegeben werden muss. Bei Apple ist ebenfalls die Eingabe des Konto-Kennworts notwendig. Das sollten die Kinder daher nicht unbedingt wissen, sollen unerlaubte Käufe verhindert werden.

3. Ungeeignete Apps aussperren

Wer nicht will, dass seine Kinder Brutalo-Spiele auf dem Tablet zocken oder Strip-Poker auf dem Smartphone, muss die Auswahl an solchen Apps filtern. Auf Android-Geräten können unter Google Play in den Einstellungen die Inhalte gefiltert werden. Danach wird dieser Filter mit einer PIN gesperrt. Unter iOS sind diese Einstellungen generell beim Konto einzustellen.

4. In-App-Käufe

Eine regelrechte Abzocke sind die sogenannten In-App-Käufe, eine ausgeklügelte Methode der Spiele-Hersteller zu Umsätzen zu kommen. Bei Spielen wie Simpsons oder „Age of Empire“ wird mit echtem Geld eine virtuelle Währung erworben, mit der man dann im Spiel rascher vorankommt. Auf Android-Geräten lässt sich das nicht generell ausschalten, bei iOS-Geräten aber schon (Einstellungen – Allgemein – Einschränkungen). Am besten, man liest sich in der Beschreibung des Spiels oder bei den Kommentaren der User durch, ob solche In-App-Käufe möglich sind. Apple weist in seinem Store seit kurzem ausdrücklich darauf hin.

5. Reklamieren

Sollten die Kinder doch mal über Gebühr eingekauft haben, könnte eine Reklamation beim Store-Betreiber helfen. Negative Publicity können die nicht gebrauchen und zeigen sich daher oftmals kulant.

6. Einschränkungen besprechen

Es ist Sache der Eltern, wie offen bzw. unbeschränkt sie ihren Kindern den Zugang zu Tablets und Smartphones gewähren. Zu beobachten ist jedenfalls eine gewisse Freizügigkeit in dieser Hinsicht im Vergleich zu den Regeln, die in vielen Familien beim Umgang mit dem Fernsehen und dem PC gilt. Gerade die kindlich anmutenden Apps, die angeblich für Kinder geeignet sein sollen und ihnen „die Welt erklären“, sind doch nur Computerspiele und kein Ersatz für die Realität. Das Tablet ist eben doch kein Spielzeug – auch wenn die „Alten“ das selbst oft so sehen.

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