Wiener Jungunternehmen findet am App-Markt seinen Weg

Wiener Jungunternehmen findet am App-Markt seinen Weg

Mit Programmen für die Offline-Navigation hat sich ein kleines Wiener Entwicklerteam seinen Platz in einem stark wachsenden Segment gesichert. Nun wollen die Ulmon-Gründer mehr.

Zwei Jahre ist das Wiener Unternehmen Ulmon gerade mal alt, doch auf dem weltweiten Markt für Apps (Mini-Programme für Mobilgeräte) hat es Spuren hinterlassen.

Die im Oktober 2010 von Tymon Wiedemair und Florian Kandler gegründete Firma hat sich auf die Themen Navigation und Reise spezialisiert. Mit seiner App „City Maps 2Go“ hat es sich in die App-Bestellerlisten eingereiht. Das Prinzip dieses Programms: Der Nutzer lädt sich Pläne auf sein Smartphone bzw. seinen Tablet und kann diese dann auch ohne Internetverbindung nutzen. Damit ersparen sich Reisende hohe Roaminggebühren, wie sie etwa bei intensiver Nutzung von Google Maps anfallen.

Weiteres Wachstum fix eingeplant

Nach und nach sind sowohl Ulmon als auch die Apps gewachsen: Die Firma ist inzwischen in ein größeres Büro umgezogen und besteht aus vier Mitarbeitern: Managing Director Wiedmair und der fürs Business Development zuständige Co-Gründer Kandler wollen in den nächsten Monaten weitere Mitarbeiter anwerben. „Ab Herbst werden wir vermutlich sechs Leute sein“, sagt Kandler. Die Apps wiederum wurden laufend um weitere Funktionen ergänzt, etwa Einbindung von Wikipedia, etc. Und es gibt nun auch Android-Versionen , selbst wenn Apple der Hauptabnehmer bleibt.

„Es gibt zu Apple auch einen direkten Kontakt, ebenso zu Samsung und Amazon“, erzählt Wiedemair. Ein klares Zeichen, dass die österreichischen Entwickler einen gewissen Status erworben haben – kein Wunder bei insgesamt mindestens drei Millionen Downloads bisher. Vorangetrieben wurde die weltweite Nachfrage nicht nur durch entsprechende Medienberichte und gute Bewertung im Apple-Shop, sondern durch Aktionen. „Wir hatten einige Tage lang die App gratis angeboten – in drei Tagen wurde sie eine Million Mal heruntergeladen“, sagt Wiedemair. Für zwölf Städte gibt es zudem von Ulmon die City Guides 2Go-App, die auf einem ähnlichen Prinzip aufbaut – zum Beispiel Paris 2 Go.

Was kommt nun?

Die nächsten Schritte der Karten-Anbieter stehen auch schon fest. „Wir bauen unser Cloud-Service im Hintergrund weiter aus“, sagt Kandler. Dadurch können die Nutzer etwa beliebte Ziele wie gute Restaurants abspeichern und später – sobald sie online sind – an andere weitergeben. „Es funktioniert ähnlich wie Evernote: Man kann immer etwas schreiben, aber es wird erst synchronisiert, wenn man online ist“, sagt Kandler. Wiedemair ergänzt: „Es hat sich ja nichts daran geändert, dass die Internetanbindung bei Mobilgeräten eben nicht dauernd vorhanden ist.“ Tablets wie das Nexus 7 brauchen ja mangels einer Sim-Karte eine Wlan-Verbindung.

Die Einnahmequellen von Ulmon sind der Verkauf der Apps sowie so genannte In-App-Käufe, also wenn Nutzer später bei Verwendung des Programms zusätzliche Services kaufen. „Ab dem Herbst wird es eine neue App geben“, sagt Wiedemair. Nachsatz: „Der Markt ist groß genug, wir haben noch Einiges vor.“

Robert Prazak

Nokia Zentrale in Espoo, Finnland

Wirtschaft

Nokias Auferstehung: Finnen beleben Handy-Marke wieder

Technik

Apple knickt ein: Weg frei für iPhone-Entsperrung

Technik

Und Action: GoPro kauft zwei Video-Apps