Weshalb Apple in San Francisco ausgemustert wird

Weshalb Apple in San Francisco ausgemustert wird

Schwarze Liste statt grüner Botschaft: US-Computerkonzern wird von kalifornischen Behörden ausgemustert.

Von San Francisco nach Cupertino beträgt die Fahrtzeit knapp eine Stunde – letzteres ist Heimatort von Apple , dem derzeit populärsten und erfolgreichsten IT-Konzern der Welt. Doch San Francisco ist derzeit ein Stück weggerückt von Apple – und zwar wegen der Umweltpolitik des Unternehmens: Die Behörden der Stadt dürfen in Zukunft keine Produkte von Apple mehr kaufen. Die 50 Abteilungen der Stadtverwaltung mit insgesamt 28.000 Mitarbeitern bekommen weder Laptops noch Monitore noch Stand-PC finanziert, wenn diese von Apple stammen. iPhones und iPads sind von der Regelung allerdings ausgenommen.

Schwarz statt grün

Weshalb ist Apple auf die schwarze Liste gerückt? Weil es sich selbst von einer grünen Liste heruntergenommen hat. Es handet sich um ein Ratingsystem namens EPEAT , bei dem die Performance eines Computerherstellers in Sachen Umweltfreundlichkeit analysiert wird – und Apple ist auf eigenen Wunsch aus dem Programm ausgeschieden. Die Vorgaben der Stadtverwaltung lauten aber, dass 95 Prozent der eingesetzten Computer nach dem Programm zertifiziert sind.

Andere könnten folgen

San Francisco könnte eine der ersten Städte sein, die Apple daraufhin von ihren Wunschzetteln streichen, denn das EPEAT-Programm gilt als eine Voraussetzung in vielen Kommunen und Institutionen, etwa Universitäten. So überlegt derzeit angeblich auch die University of California , den Einsatz von Apple-Produkten in Zukunft zu unterbinden. Der Nachrichtendienst Bloomberg zitiert den dortigen Technologieleiter, der auf eine „bedeutende Änderung der Bedingungen hinweist“ – er meint das Ausscheiden von Apple aus dem Umweltprogramm. Man überlege jetzt entsprechende Konsequenzen und sei dabei auch in Kontakt mit dem Unternehmen selbst.

Giftige Argumente

Wie argumentiert Apple? Das Unternehmen hat seine Entscheidung, aus EPEAT damit verteidigt, dass in dem Programm bestimmte Aspekte wie der Einsatz von giftigen Materialien dabei nicht oder nur unzureichend berücksichtigt würde – doch Apple sei genau dabei federführend in der Industrie, sagte eine Sprecherin. Apple war einer der Initiatoren des 2006 gegründeten Umweltprogramms, an dem unter anderem auch Dell, HP und Samsung teilnehmen. Apple werde jedenfalls weiter großen Wert auf die Einhalten von Energieeffizienz und anderen Umweltaspekten nehmen, wird eine Sprecherin in US-Medien zitiert.

Seitens EPEAT wird ein Ausscheiden von EPEAT bedauert, man hoffe auf eine baldige Rückkehr. In Industriekreisen wird der Ausstieg von Apple durchaus als Chance gesehen, dass die Standards erneuert werden – die EPEAT-Vorgaben seien nach den jüngsten technologischen Änderungen nicht mehr auf dem letzten Stand.

Quelle: u.a. Bloomberg

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