Was nach Facebook und Twitter kommt

Was nach Facebook und Twitter kommt

Wiener Agentur ambuzzador analysiert die nächsten Trends – daraus ergeben sich auch für Unternehmen viele neue Chancen.

„Alle reden über Facebook, dabei sind bei bestimmten Zielgruppen längst andere Plattformen wichtiger geworden“, sagt Sabine Hoffmann, Chefin der Wiener Social Branding-Agentur ambuzzador . Beispiele dafür sind das auf Bilder spezialisiert Pinterest, die Such-Plattform So.cl und die Dating-Plattform Twoo.com (Details unten). Das hat Konsequenzen für Unternehmen, die Social Media beispielsweise fürs Marketing nutzen oder um damit Trends abzuklären – vorausgesetzt sie erkennen die Möglichkeiten. „Mit Kampagnen und Aussendungen alleine kann man heute die öffentliche Meinung nicht mehr beeinflussen“, sagt Hoffmann.

Wichtigste Social Media-Plattform ist Facebook , das mit rund 2,8 Millionen Usern in Österreich unangefochten die Nummer eins ist; weltweit sind es geschätzte 900 Millionen, die die Dienste des börsenotierten Internet-Giganten verwenden. Dagegen ist Google+, die Plattform des Suchmaschinen-Anbieters, noch vergleichsweise bescheiden: Rund 300.000 User aus Österreich sind registriert, dabei überwiegen mit mehr als 70 Prozent Anteil die Männer. „Es gibt noch keine Werbemöglichkeiten für Unternehmen auf Google+ , daher sind die wenigen Firmen-Sites darauf auch nicht wirklich beispielhaft“, sagt Sabine Hoffmann.

Welche Plattformen sind also die möglichen Nachfolger oder zumindest Marktbegleiter von Facebook. Im Folgenden die wichtigsten Beispiele im Überblick:

Pinterest

Das auf Bilder spezialisierte Portal wächst schnell, ist einfach zu bedienen und bietet Unternehmen auch eine gute Möglichkeit, eigene Online-Shops einzubinden – das geht über eine Verlinkung recht gut. Das Portal wird derzeit hauptsächlich von Frauen genutzt und der regionale Schwerpunkt liegt in den USA, in Europa gibt es aber nette Zuwachsraten.

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Pixoona

Ähnlich wie Pinterest legt Pixoona, ein deutsches Start-Up, vor allem auf Bilder großen Wert. Dabei können Bilder, die den Usern gefallen, mit „Tags“ versehen und damit mit anderen geteilt werden. Pixoona ist derzeit vor allem für kreative Unternehmer eine Möglichkeit, sich zu präsentieren – also etwa für Fotografen und Designer. Die Anwendungsmöglichkeiten sind aber vielfältig. Wie bei allen Plattformen, die (fremde) Bilder nutzen, sind rechtliche Grundlagen allerdings noch nicht geklärt.

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Twoo

Diese mobile Dating-Plattform hat bereits mehrere Millionen User, dabei wurde Twoo erst vor rund einem Jahr gegründet. Das Geschäftsmodell ist eine so genannte Freemium-Strategie, das heißt, die Grundfunktionen sind gratis, wer mehr will muss bezahlen. Um gefälschte Profile von Scherzbolden zu verhindern, will Twoo jeden neuen Eintrag genau überprüfen. Besonders die Umsetzung der Plattform auf mobilen Geräten ist eine Stärke dieses Anbieters.

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So.cl

Die Suche nach relevanten Inhalten im Netz kann auf dieser Plattform zum Gemeinschaftserlebnis werden: Auf So.cl werden Suchanfragen anderen User mitgeteilt. Noch fehlen laut ambuzzador konkrete Beweise, dass So.cl erstens wirklich hilft und zweitens von den Usern angenommen wird. Immerhin steckt Microsoft dahinter, dass So.cl mit seinem Google-Klon Bing verbindet.

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Wunderkit

Weniger für die Freizeit als vielmehr für den Job ist diese Plattform gedacht: Wunderkit wurde von einem Berliner Start-up geschaffen und soll das gemeinsame Arbeiten mehrerer Personen via Internet einfacher machen. Die Oberfläche ist bewusst einfach gehalten, um eine Alternative zu der üblichen, (über)komplizierten Organisationssoftware darzustellen. Ein Schwachpunkt ist das Fehlen der Möglichkeit, Dokumente auszutauschen. Dennoch: Sollte Wunderkit weiterwachsen, könnte es sowohl für Unternehmen direkt als auch für Marketingzwecke eine interessante Möglichkeit darstellen.

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Path

Rein auf mobile Geräte begrenzt ist diese Plattform, für die man maximal 150 Kontakte nennen darf – in Zeiten des Facebook-Freunde-Wahns fast schon eine intime Umgebung. Auf Path lässt sich der Lebensweg des Users nachvollziehen; es wird jede wichtige und auch unwichtige Tätigkeit – etwa: Schlafengehen – angezeigt. Eher etwas für Hardcore-User, doch gerade die gute Umsetzung auf Mobilgeräten macht die Anwendung interessant.

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Nokia Zentrale in Espoo, Finnland

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