Vsenn - das Smartphone zum Selberbauen

Vsenn - das Smartphone zum Selberbauen

Vsenn will Smartphones mit "individueller Hardware" verkaufen.

Mit "Vsenn" will ein ehemaliger Nokia-Manager ein neues Smartphone auf den Markt bringen. Das Besondere: Verschiedene Bauteile wie Akku, Kamera oder Prozessor können - ähnlich wie bei einem PC - bei Bedarf ausgetauscht werden.

Vor nicht allzu langer Zeit galt der Name „Nokia“ noch als Synonym für das Handy, die Finnen waren unbestrittene Marktführer beim mobilen Telefonieren. Doch das Unternehmen war träge geworden und auf Trends wie Touchscreens oder brauchbare mobile Betriebssysteme zu spät aufgesprungen. Inzwischen hat Microsoft Nokias Handy-Sparte übernommen, baut Mitarbeiter ab und führt die Geräte unter dem Markennamen „Lumia“ weiter. Ist dies das Ende des Tech-Standorts Finnland?

Vielleicht nicht. Denn erstens gibt es andere Unternehmen im Norden, wie etwa den Spiele-Entwickler Rovio („Angry Birds“), der allerdings auch vor wenigen Wochen einen Stellenabbau bekannt geben musste; zweitens wird nun wieder ein Anlauf im Smartphone-Segment gestartet: Ausgerechnet ein ehemaliger Nokia-Manager möchte mit dem Projekt „Vsenn“ nochmals zeigen, was er kann.

Mit VPN und sicherer Cloud

Viele Informationen sind der Website (www.vsenn.com) allerdings noch nicht zu entnehmen. Beworben wird lediglich, dass das neue Smartphone auf Googles Betriebssystem Android laufen wird – inklusive Updates für vier Jahre -, dass das Gerät weltweit zu einem günstigen Preis verfügbar sein wird und dass durch VPN und verschlüsselte Cloud-Lösungen die Sicherheit des Nutzers gewährleistet ist.

Zudem wird beworben, dass das Aussehen des Smartphones individuell gestaltbar ist, indem man die Rückseite leicht austauschen kann. Der echte Clou ist aber wohl, dass die Hardware „modular“ ist: Wenn die Kamera, der Akku oder der Prozessor nicht mehr den Anforderungen entsprechen, können sie einfach gegen neuere Module ausgetauscht werden – ähnlich wie bei Desktop-PCs, wo Technik-Liebhaber ihre Geräte mit mehr RAM und schnelleren Prozessoren aufrüsten können.

Modulares Denken: Von Amsterdam bis Silicon Valley

Die Idee des modularen Smartphones bekäme durch Vsenn einen neuen Anschub – ganz neu ist sie allerdings nicht. So hat etwa der niederländische Designer Dave Hakkens mit „Phonebloks“ bereits ein derartiges Konzept entworfen. Die Motivation dahinter war keine ökonomische, sondern eine ökologische: Denn wenn nur einzelne Teile statt eines ganzen Geräts ausgetauscht werden, dann fällt weniger Elektroschritt an. Das Team von Phonebloks verteilt sich inzwischen auf die Niederlande, Schweden und die USA.

Phonebloks - ein Handy zum Selberbauen. Das ist umweltfreundlich.

Unter anderem kooperiert das Phonebloks-Team auch mit dem US-Konzern Google – denn dieser arbeitet mit dem „Project Ara“ ebenfalls an einem modularen Smartphone. Es soll ebenfalls auf dem Betriebssystem Android laufen und die Möglichkeit bieten, diverse Teile unkompliziert auszutauschen.

Ein Pilotprojekt von „Project Ara“ soll laut Plan in limitierter Form im kommenden Jahr erscheinen; ein Einstiegsmodell könnte zwischen 50 und 100 Dollar kosten – womit als Zielgruppe weniger bestehende, verwöhnte Smartphone-Besitzer angepeilt werden. Sondern jene 5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, die noch nicht mit mobilem Internet versorgt sind.

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