Twitter wird zur Werbe-Maschine

Twitter wird zur Werbe-Maschine

In zwei Jahren will der Kurznachrichten-Service mehr als eine Milliarde Dollar mit Werbung umsetzen. Um an Google und Facebook heranzukommen, braucht es aber noch Zeit und neue Ideen.

Eine Milliarde Dollar Werbeumsätze – eine Summe, die sogar für weltweit agierende Internetkonzerne ein hübscher Batzen ist. Der populäre Kurznachrichtendienst Twitter, im Jahr 2006 gegründet, soll nach eigener Berechnung schon in zwei Jahren auf diesen Betrag kommen. Das ist erstens deutlich mehr als Analysten zuletzt vorhergesagt hatten und übertrifft auch Twitters bisherige Prognosen bei weitem. Das Unternehmen mit Stammsitz in San Francisco gibt allerdings keine öffentliche Stellungnahme zu dem Thema ab; der Nachrichtendienst Bloomberg beruft sich in einer entsprechenden Meldung allerdings auf Unternehmensinsider.

Derzeit nutzen weltweit rund 140 Millionen Menschen das Blogging-Service, bei dem kurze Texte in Sekundenschnelle online gestellt werden können. Maximal 140 Zeichen dürfen verwendet werden – damit hat Twitter den Zeitgeist voll getroffen und gerade die einfache Verwendung auf Mobilgeräten wie Smartphones oder Tablets macht sich für das Unternehmen bezahlt. In Sachen Werbung ist Twitter indes ein Neuling: Erst seit zwei Jahren gibt es entsprechende Angebote, im Vorjahr wurden bereits rund 140 Millionen Dollar Umsatz damit erzielt. Nun sollen die Werbeangebote sukzessive ausgebaut werden, im Speziellen auch jene für Mobilgeräte. Das ist natürlich auch ein Balanceakt, wie beispielsweise Facebook erfahren hat: Die Nutzer reagieren heikel auf Überladung der Seiten mit Werbeangeboten, die zudem aus teils obskurenz Quellen kommen. Zudem muss sich Twitter in den kommenden Jahren dem Thema Datenschutz stärker widmen.

Ein Problem ist derzeit noch die Konzentration von Twitter auf den US-Markt: Von dort kommen rund 90 Prozent der Umsätze; bis 2014 soll dieser Wert auch nur minmal auf 83 Prozent fallen. Twitter-CEO Dick Costolo will jedenfalls die Expansion auf wichtigen Märkten – allen voran dem japanischen – vorantrieben. Costolo muss so nebenbei versuchen, die bisweilen etwas wirre Firmenstrategie zu festigen. Die Gründerväter von Twitter, etwa Jack Dorsey (auch Gründer des Mobile Payment-Anbieters Square), waren sich nicht immer einig über die Chancen neben Facebook.

Twitter wurde im März 2006 von Jack Dorsey, Biz Stone und Evan Williams (später auch einige Zeit CEO) gegründet; die erste Nachricht lautete: „Just setting up my Twtr.“ Die meisten „Follower“ (also User, die Beiträge abonniert haben“) weltweit hat Lady Gaga mit rund 25,3 Millionen, gefolgt von Justin Bieber (rund 22,8 Millionen) und Katy Perry (20,7 Millionen).

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