Twitter verschärft Regeln gegen Hetze und Gewaltandrohungen

Twitter verschärft Regeln gegen Hetze und Gewaltandrohungen

Das US-Unternehmen nimmt die Einträge seiner Nutzer unter die Lupe. Twitter bekräftigt dennoch, das in seinem Textmitteilungs-Dienst weiterhin die Verbreitung unterschiedlichster Meinungen respektiert werde.

San Francisco. Der Kurznachrichtendienst Twitter hat seine Bestimmungen gegen Hetze und andere Formen missbräuchlicher Nutzung verschärft. Neu formulierte Regeln sollen zeigen, dass der Kurznachrichtendienst ein solches Verhalten nicht tolerieren werde. In einem Blogeintrag teilte das Unternehmen am Dienstag mit, man stehe weiter für die Verbreitung unterschiedlichster Meinungen ein, werde jedoch auch weiter gegen Konten vorgehen, von denen aus die Grenzen zu hasserfülltem Verhalten überschritten würden.

Twitter deutete an, dass mehr Konten blockiert oder Nutzer zur Verifizierung mit einer Telefonnummer aufgefordert werden könnten - dies habe sich in der Vergangenheit als effiziente Maßnahme erwiesen. Allerdings bieben zugleich viele Änderungen in dem neuen Regelwerk eher kosmetischer Natur: Einige Punkte wie das Verbot unerwünschter Spam-Nachrichten oder Gewaltdrohungen wurden einfach nur umgestellt.

Neu ist eine Passage, in der ausdrücklich "hasserfülltes Verhalten" untersagt wird, bei dem Twitter-Nutzer wegen ihrer Rasse, Nationalität, sexuellen Orientierung, Alters, Behinderungen oder Krankheiten angegriffen werden. Zugleich ist das Problem von Twitter weniger die Härte der Regeln als ihre Umsetzung. Bisher hatte Twitter eine allgemeiner gehaltene Formulierung verwendet, die Nutzern untersagte, "Gewalt gegen andere" zu verbreiten.

Dem Kurznachrichtendienst wird schon seit Jahren vorgeworfen, gegen Tweets mit Hassrede oder Gewaltdrohung nicht schnell genug vorzugehen. Twitter hatte schon Anfang des Jahres eine härtere Gangart versprochen. Teitter wurde unter anderem vorgeworfen zu wenig gegen zahlreiche Konten radikaler Islamistengruppen wie dem Islamischen Staat (IS) zu unternehmen. Einer Studie des Brookings Instituts zufolge unterhielt der IS zwischen September und Dezember vergangenen Jahres mindestens 46.000 Twitter-Accounts.

Auch Facebook war in den vergangenen Monaten in eine heftige Welle der Kritik vor allem in Deutschland geraten, dem weltgrößten Online-Netzwerk wurde vorgeworfen, zu lasch gegen Hetze gegen Flüchtlinge vorzugehen. Facebook will nach Druck auch aus der Politik unter anderem seine Prüfer besser schulen.

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