Trennt sich Apple von Intel-Prozessoren?

Trennt sich Apple von Intel-Prozessoren?

Sie sollen Modellen weichen, die bereits in den mobilen Kleincomputern iPhone und iPad verwendet werden. Das berichteten jetzt drei der Apple-Entwicklungsabteilung nahestehende Personen unter Zusicherung ihrer Anonymität.

Demnach sind die Ingenieure bei Apple überzeugt, dass künftige Prozessorgenerationen für mobile Anwendungen leistungsstark genug für die Verwendung in stationären Computern und Laptops sein werden. Apple setzt bereits seit dem Jahre 2005 für seine Mac-PC auf Prozessoren aus dem Hause Intel.

Das wird wohl auch noch längere Zeit so bleiben. Apple und Intel sind derzeit eng verbunden und der Computerkonzern wird kaum den schnellen Wechsel dieses wichtigen Zulieferers anstreben. Allerdings gibt es den Informationen von Bloomberg News zufolge bei Apple Entwickler, die den Schritt weg von Intel als letztlich unvermeidlich bezeichnen. Die Anforderungen und das Leistungsspektrum von stationären und mobilen Geräten werden sich demnach in den kommenden Jahren weiter angleichen.

Der Verlust von Apple als Kunde käme allerdings bei Intel einem schweren Schlag gleich. Der weltgrößte Prozessorhersteller leidet bereits heute unter einem stagnierenden Markt für Computer mit dem Microsoft-Corp.-Betriebssystem Windows und dessen Schwierigkeiten bei der Konversion auf mobile Anwendungen. Ein Intel-Ausstieg von Apple könnte überdies Vorbild für andere Hersteller sein.

Komplett verändertes Umfeld

“Apple ist eben ein Trendsetter, und wenn sie tatsächlich einen eigenen Chip entwickeln, dann werden andere Hersteller wohl auf einem ähnlichen Weg folgen”, sagt Analyst Sergis Mushell von Gartner Inc., und er fügte an: “Sollte Mobilität wichtiger werden als Funktionalität, dann haben wir ein im Vergleich zu heute komplett verändertes Umfeld”.

Ein solcher Trend zeichnet sich derzeit allerdings ab. Zunehmend funktionieren auch mobile Geräte wie ein PC und bei Apple arbeiten die Entwickler an Lösungen, die beide Anwendungen abdecken können. Die Vision des Apple-CEO Tim Cook für das Jahr 2017 ist ein einheitliches Produkterlebnis unabhängig von der Gerätekategorie - sei es bei Laptops, Smartphones, Tablet-PC oder Fernsehern.

Auf Produktionsebene wäre dieses Ziel wohl wesentlich leichter mit einer einheitlichen Chiparchitektur zu erzielen, wie die informierten Personen sagten. Apple-Sprecher Bill Evans am Sitz des Konzerns im kalifornischen Cupertino lehnte einen Kommentar zum Thema ab. Intel hatte bereits zuvor die Frage an den eigenen Kunden Apple verwiesen.

Wechsel zu Intel vor sieben Jahren

Apple war vor sieben Jahren vor allem aus technischen Gründen von den bis dahin verbauten Prozessoren aus den Häusern Motorola und International Business Machines (IBM) abgekommen und wechselte zu Intel, dessen Produkte schneller liefen und weniger Wärme abstrahlten. Apple hatte überdies in den letzten Jahren kleinere Chipdesigner zugekauft und entwickelt nunmehr auch selbst auf Basis der Technologie des britischen Unternehmens ARM Holdings Plc, und zwar für die Bestseller iPhone und iPad.

Die Gründung einer Sparte für Halbleiterdesign war Teil einer Managementumstrukturierung, die am 29. Oktober vorgelegt wurde. Die Chipforschung wird nunmehr geleitet von Bob Mansfield, dem von Cook implementierten Leiter Technologie bei Apple. In der Mitteilung war überdies die Rede von “ambitionierten Zukunftsplänen”

Ziel von Apple bleibt es, die Geräte dünner und kleiner zu konstruieren, allerdings ohne die Leistung einzuschränken. Dafür sollen mehr Funktionen auf den Zentralchip ausgelagert werden, sagte eine der informierten Personen und identifizierte das zudem als ein langjähriges Interesse von Mansfield.

Um den Wechsel zu vollziehen, könnte sich Apple an Kontraktfertiger wenden, etwa an Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., die eigene Designs von Apple auf Basis von ARM-Technologie zuliefern könnten.

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