Texten statt sprechen: Wir kommunizieren jetzt anders

Texten statt sprechen: Wir kommunizieren jetzt anders

Österreicher versenden pro Monat im Schnitt 52 SMS – auch hierzulande steigt die Bedeutung von Textnachrichten.

Schreiben Sie auch lieber SMS statt zum Telefon zu greifen? Es ist zwar unpersönlich, geht aber oft schneller und kann auch so nebenbei erledigt werden. Eine kleine Statistik aus Großbritannien zeigt, dass Texten wichtiger geworden ist als das Sprechen: Die britische Telekom-Regulierungsbehörde Ofcom hat in einer Untersuchung des Telefon-Verhaltens herausgefunden, dass das Versenden von Textnachrichten erstmals das Telefonieren selbst überholt hat. Demnach haben im Vorjahr 58 Prozent der Befragten täglich Texte an ihre Freunde, Verwandten oder Bürokollegen via Mobiltelefon geschickt, doch nur 47 Prozent haben mindestens einmal telefoniert (Handy oder Festnetz).

Jüngere reden nicht gerne

Vor allem die Jüngeren sind heftige Nutzer von SMS und ähnlichen Möglichkeiten wie Whats App : 90 Prozent dieser Altersgruppe versenden mindestens einmal täglich eine Textnachricht, 73 Prozent nutzen zur „Kommunikation“ ein Social Network á la Facebook oder Google+ ; 67 Prozent nutzen ihr Handy mindestens einmal pro Tag. Zum Vergleich: Kommunikation von Angesicht zu Angesicht können überhaupt nur 63 Prozent der 16- bis 24jährigen einmal täglich beweisen.

Weniger Telefonate

Zum ersten Mal überhaupt seit den Aufzeichnungen des Mobilfunkverhaltens hat die Nutzung des Handys in seiner ursprünglichen Funktion abgenommen: Die Telefonate via Mobilfunk sind im Vorjahr in Großbritannien um ein Prozent gesunken. Die (nicht allzu komplexe) Schlussfolgerung aus der Studie laut Ofcom: Die Verbreitung von Internet-fähigen Endgeräten geht schneller voran als gedacht.

Österreich, das Mobilfunk-Paradies

Und in Österreich? Eine Studie wie jene von Ofcom gibt es hierzulande nicht. Sehr wohl aber misst die Regulierungsbehörde RTR etwa die Anzahl der SMS – demnach wurden im Vorjahr 7,3 Milliarden SMS geschickt, ein Plus von 13 Prozent zum Jahr davor. Österreich ist ja so etwas wie das Schlaraffenland des Mobilfunks: Die so genannte Penetrationsrate liegt bei 154 Prozent, das heißt, dass auf jeden Einwohner eineinhalb Mobilfunkanschlüsse kommen. Größter Netzbetreiber in Österreich ist A1 inklusive Billigmarke Bob mit 5,2 Millionen Kunden, gefolgt von T-Mobile inklusive tele.ring mit vier Millionen. Die Österreicher verschicken pro Monat im Schnitt 52 SMS und telefonieren 147 Minuten. Zum Vergleich: In Großbritannien werden im Schnitt 200 Textnachrichten pro Monat versendet.

Robert Prazak

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