Telekom-Kicker stürmt nach Silicon Valley

Telekom-Kicker stürmt nach Silicon Valley

Facebook und Google statt SIM-Karte: Thomas Kicker gibt der Deutschen Telekom künftig Steilvorlagen aus dem Hightech-Mekka.

Vom Rennweg in Wien nach Silicon Valley: Thomas Kicker, einst Führungskräftenachwuchs bei T-Mobile und Tele.ring, startet ab Februar durch. Für die Konzernmutter Deutsche Telekom wird er in den USA als Scout die Zukunftstrends ausspähen.

Einmal dort arbeiten, wo die Musik der Branche so richtig spielt - für Technologie affine Typen ist Silicon Valley genau das, wo keiner auslassen will. Oder kann. Thomas Kicker packt nach langen Jahren bei T-Mobile Austria zusammen.

Und übersiedelt ins Silicon Valley nach Kalifornien. San Francisco wird seine neue Homebase. Und seine Jobbeschreibung wird sich gravierend von allem unterscheiden, was der Markt- und Marketing getriebene Manager bisher gemacht hat. Der 39jährige Österreicher wird für die kommenden vier Jahre die Geschicke der Deutschen Telekom entscheidend mitbestimmen.

Start-up statt SIM-Karte

Kicker wird im Mekka der Technologiefirmen für die Deutsche Telekom mit Google, Facebook und Co. auf Du und Du sein: "Es geht darum bestehende strategische Partnerschaften mit allen großen Company im Silicon Valley auszubauen." Im Konzernsprech heißt dies Business Development und Partnering.

Kicker schlüpft dabei auch in eine neue Rolle. Ab 1. Februar 2016 wird er ein Miniunternehmen der Deutschen Telekom leiten. Statt 700 Mitarbeitern bei T-Mobile Austria als Chief Commercial Officer (CCO) steht er künftig nur noch sieben Mitarbeitern vor.

Von einem Rückschritt kann nicht die Rede sein. "Ich werde nun oft gefragt, ob das nicht ein Abstieg ist?", meint Kicker. Die Mitarbeiterzahl, der ein Top-Manager man vorsteht, sei aber "die alte europäisch-anachronistische Denkweise".

Als Scout wird er an der Architektur der Zukunft des deutschen Telekomriesen mitwirken. Dabei geht es vorrangig um neue Produkte für weltweit 250 Millionen Telekom-Kunden. Kicker freut sich freilich auf seinen neuen Aufgabenbereich und seine Wirkungsstätte.

Ein Traumjob? "Ja, mit einer großen Company im Rücken auf Trend und Partnersuche im Silicon Valley, das hat mich gereizt." Die Konzernmutter sei ihm dabei sehr entgegengekommen.

Die Führungsreseve

Der studierte Betriebswirt galt lange Jahre als Führungskräftenachwuchs bei der T-Mobile Austria in Wien. Sukzessive hatte er im vergangenen Jahrzehnt eine Sprosse nach der anderen in der Karriereleiter nach oben genommen. 2013 kam der einstige Unternehmensberater vom Beratungsunternehmen A.T Kearney zur Wiener Tochter der Deutschen Telekom.

Nach der Übernahme der Telering im Jahr 2006 erfolgte sein Aufstieg. Er hatte die Führung übernommen. T-Mobile zahlte seinerzeit für den viertgrößten Handynetzbetreiber 1,3 Milliarden Euro. Die vergangenen fünf Jahre bis Ende 2015 war er als CCO Mitglied der vierköpfigen Geschäftsführung von T-Mobile Austria.

Der Sprung in die Chefposition von T-Mobile machte jedoch ein Externer. Andreas Bierwirth, krisenerfahrener Sanierungsmanager bei German Wings und von der Lufthansa als Chef bei der Tochter Austrian Airlines in Wien eingesetzt, wurde bei T-Mobile als Chef bestellt.

Aus der "Fohlenelf" von Georg Pölzl

"Meine lange Treue zum Konzern hat sich bezahlt gemacht", sagt Kicker. Er wird künftig an Marc Sommer berichten, der das Group Business Development und Partnering der Deutschen Telekom weltweit leitet. Sommer ist übrigens der Spross von Ron Sommer, der von 1995 bis 2002 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG war.

Kicker stammt ursprünglich aus der "Fohlenelf" vom einstigen Max.mobil-/T-Mobile-Chef Georg Pölzl (heute Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Post AG).

Aus dieser Nachwuchsmannschaft wurden Manager wie Michael Krammer (Tele.ring, E-Plus, Orange), Günter Ottendorfer (heute COO Sprint/USA, davor u.a. Telekom Austria, Deutsche Telekom ) oder eben Thomas Kicker in Führungspositionen gebracht. Aufgrund seiner langjährigen Meriten hatten nicht wenige "Den Kicker" als Geschäftsführer in Wien als aussichtsreichen Kandidaten auf der Liste.

"Ich war jetzt mal eine Woche dort", sagt Kicker trend.at. Zuletzt hatte er intermistisch "unsere polnischen Kollegen in Warschau" unterstützt. "Ab 1.2. bin ich fix drüben", sagt Kicker. Für vier Jahre. Und danach? "San Francisco und die Region sind schön - aber nur Wien ist noch schöner."

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