Techno-Aktien im Fokus: Ericsson enttäuscht auf allen Linien

Techno-Aktien im Fokus: Ericsson enttäuscht auf allen Linien

Analysten sind sicher: Investitionen in die Netzwerke gehen weiter zurück.

Angesichts sinkender Investitionen der meisten Mobilfunkgesellschaften hat der weltgrößte Mobilfunkzulieferer Ericsson AB im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten enttäuscht. Wie das Stockholmer Unternehmen am Mittwoch mitteilte, sank der Nettogewinn um 64 Prozent auf 1,11 Mrd. Kronen (130 Mill. Euro). Dem gegenüber hatte von Bloomberg News befragte Analysten im Durchschnitt mit 1,64 Mrd. Kronen gerechnet. Die Bruttogewinnspanne aus Umsatz abzüglich Herstellungskosten sank von 37,8 Prozent auf 32 Prozent und damit unter die vom Markt erwarteten 33,2 Prozent.

Zahlreiche Telefongesellschaften haben weltweit ihre Investitionen in die Netzinfrastruktur eingeschränkt, da die Staatsschuldenkrise in der Eurozone, die schwache Weltwirtschaft und sinkende Verbraucherausgaben ihre Geschäfte belasten. In Frankreich hatte Alcatel-Lucent SA am Vortag gewarnt, das Gewinnziel für 2012 werde verfehlt. Ericsson CEO Hans Vestberg verwies in seiner Stellungnahme besonders auf die sinkende Nachfrage aus China und Russland.

“Ich bin ziemlich enttäuscht von dem Bericht”, sagte Analyst Andy Perkins von Société Générale in London. “Es sind keine großartigen Zahlen, da das Kerngeschäft weiter sinkt. Das ist ein großes Problem. Die Netzwerkinvestitionen steigen einfach nicht.”

Schwieriger Austausch

Bereits im November hatte Ericsson angekündigt, Modernisierungen europäischer Netze, die arbeitsintensive Austauscharbeiten erforderten, könnten noch einige Jahre lang die Margen belasten. Der Margeneffekt dieser Projekte werde Ende des Jahres langsam abnehmen, teilte Ericsson nun mit. Für Analyst Alexander Peterc von Exane BNP Paribas in London ist das eine “ermutigende” Vorhersage.

Die Ericsson-Aktie verlor an der Börse Stockholm um 09.58 (Uhr) 7,3 Prozent auf 25,05 Kronen, der größte Kursrutsch seit dem 18. August 2011, zeigen Bloomberg-Daten.

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