Sony kommt nicht aus dem Tief

Sony kommt nicht aus dem Tief

Die Erfolge im Filmbusiness sind für den japanischen Konzern nur ein schwacher Trost für die schwierigen Aufgaben, die nächstes Jahr warten. Smartphones sollen die Rettung sein. Doch was wird mit dem TV-Geschäft das ganz am Sand ist?

1,7 Milliarden Dollar haben die beiden Blockbuster "Skyfall" und "Amazing Spider-Man" bisher eingespielt. Eine hübsche Summe, doch für Sony ist das ein Erfolg, der wenig hilft angesichts der größeren Probleme. Der japanische Konzern, der über seine US-Tochter Sony Pictures Entertainment (vormals Columbia) einen Fuß im Filmbusiness hat, kommt einfach nicht aus dem Tief. Für das laufende Geschäftsjahr ist mit einem weiteren Rückgang an Verkäufen in den wichtigen Sparten Fernsehen (Bravia-TV), Kameras (Cyber-Shot), Spielkonsolen (PlayStation) und Handycam-Videorekorder zu rechnen.

"Es sieht nicht so aus, als wäre in naher Zukunft von den japanischen Elektronikkonzernen ein Produkt zu erwarten, dass den Markt nachhaltig verändern wird", sagt Masahiro Ono, Analyst von Morgan Stanley in Tokio. Neben Sony sind auch Sharp und Panasonic schwer angeschlagen. Ono: "Diesen Konzernen bleibt nichts anderes übrig als die Kosten zu senken und Reformen weiterzuführen."

Einschneidende Veränderungen

Analysten sind sich einig: Diese drei ehemaligen Aushängeschilder der japanischen Technologie-Wirtschaft werden sich von Unternehmensbereichen trennen müssen, die unprofitabel sind. Und sie werden Stellen streichen.

Sony hat seit vier Jahren keinen Gewinn mehr geschrieben; im TV-Markt gibt es schon seit neun Jahren kein Plus mehr - das lag zuletzt vor allem an Samsung. Die Sony-Aktie ist heuer um mehr als 30 Prozent gefallen. Rettung erhofft sich Sony-Chef Kazuo Hirai vom Handy-Geschäft, das nach der Beendigung des Joint-Ventures mit Ericsson ganz in seinen Händen liegt. Allerdings ist auch hier die Konkurrenz - etwa durch Samsung - sehr groß und Sony hat bereits einen gewissen Rückstand. Bis Ende März sollen nichtsdestotrotz 34 Millionen Stück Mobiltelefone verkauft werden, das wäre ein Plus von mehr als 50 Prozent im Vergleich zum vorigen Geschäftsjahr. Derzeit verkauft Samsung sechsmal so viele Smartphones wie Sony und die Japaner müssen den Spagat zwischen Wachstum und Kostensenkung schaffen; sie müssen auch ständig neue Modelle auf den Markt bringen.

Der schwierige TV-Markt

Besonders schwierig ist die Situation am TV-Markt. Analysten sehen es als beinahe unlösbare Aufgabe, hier wieder mal in die Gewinnzone zu kommen. Nicht nur sinkt der weltweite Markt für Fernseher kontinuierlich, Sony hat in dieser Sparte bisher kein Rezept gefunden.

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