Sony und Panasonic rutschen auf „Ramsch“-Status

Sony und Panasonic rutschen auf „Ramsch“-Status

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit der beiden japanischen Elektronik-Konzerne weiter herabgestuft. Für Sony und Panasonic wird es immer schwieriger, die Kehrtwende zu schaffen. Anleger suchen das Weite.

Die Marken Sony und Panasonic erfreuen sich bei den Konsumenten in aller Welt noch immer eines ausgezeichneten Rufs – das wird sich auch heuer im Weihnachtsgeschäft zeigen, wenn Fernseher, Spielkonsolen und Handys von Sony bzw. Fernseher und DVD-Player von Panasonic gekauft werden.
Doch die wirtschaftliche Situation der beiden Big Player ist gar nicht rosig: Soeben wurden sie von der Rating-Agentur Fitch auf „Junk“-Status – auf Deutsch „Ramsch“ - herabgestuft. Sony wurde auf „BB-“ gesetzt, drei Stufen unter einer Investment-Empfehlung. Der langfristige Ausblick für den Konzern sei negativ, meint Fitch. Zuvor war Sony bereits von Moody´s hinuntergemacht worden.

Panasonic wurde auf „BB“ gesetzt, auch hier sind die Zukunftsaussichten nicht positiv. Als Gründe gibt Fitch unter anderem den starken Yen und die schwache Wirtschaft Japans an. Zitat aus der Fitch-Analyse zu Panasonic: „Ein wirkliche Erholung wird langsam geschehen, denn das Unternehmen hat die technologische Führungsrolle bei Schlüsselprodukten verloren.“ Beide Konzerne haben Stellungnahmen verweigert.

Aktien stürzen ab

Die Kurse der Aktien von Sony, Panasonic und des dritten angeschlagenen Konzerns Sharp sind jedenfalls im freien Fall und auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 30 Jahren. Immer mehr Anleger zweifeln daran, dass sich die drei (ehemals) Großen erholen könnten.

Die Zahlen machen nicht gerade Mut: Sony hat im jüngsten Quartal, das Ende September geendet hat, einen Verlust von 188 Millionen Dollar gemacht. In den vergangenen vier Jahren hat Sony jeweils Verluste geschrieben. Das Sparprogramm des neuen CEO Kazuo Hirai läuft auf Hochtouren, 10.000 Jobs werden gestrichen, vermeintlich unnötige Bereiche werden ausgegliedert. Hirai hat ja unter anderem auf der IFA in Berlin eine strenge Straffung der Konzernbereiche angekündigt. Die drei Hauptfelder sollen Mobil, Games und Digital Imaging sein. Doch der jüngste Kauf von Olympus hat nicht alle Experten überzeugt.

Auch Panasonic strauchelt

Nicht viel besser ist die Situation von Panasonic: Der Verlust des heurigen Geschäftsjahres, das im März 2013 endet, soll rund 9,2 Milliarden Dollar betragen. Schon im Vorjahr hatte es ein Minus von 9,4 Milliarden Dollar gegeben. Der Hersteller der Viera-Fernseher und Lumix-Kameras hat zwar ein weniger breites Produktportfolio als Sony, dafür wiegt der Einbruch des TV-Geschäfts hier besonders schwer.

Der Teufelskreis

Hauptkonkurrent der drei japanischen Schwergewichte Sony, Panasonic und Sharp ist der koreanische Konzern Samsung, der in so gut wie allen seinen Geschäftsbereichen in den vergangenen zwei Jahren explodierende Umsätze zu verzeichnen hatte. Im Technologiebereich fällt es Konzernen schwierig, den Teufelskreis aus Umsatzrückgang, fehlender Investitionskraft und technologischem Rückstand zu durchbrechen: Wer nicht ständig viele Milliarden für Forschung und auf den Endzweck ausgerichtete Produktentwicklung ausgibt, bleibt auf der Strecke. Noch haben Sony und Panasonic die notwendige Kraft, um die Kehrtwende zu schaffen – doch einfach und schmerzlos wird das auf keinen Fall.

Quellen: u.a. Bloomberg (Reporter: Naoko Fujimura)

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