Sharp dank LCD-Comeback auf dem Wege der Besserung

Sharp dank LCD-Comeback auf dem Wege der Besserung

Nach einem drastischen Sparprogramm und der Übernahme von Anteilen durch Samsung sind die Aussichten für Sharp nun wieder besser. Das schwächelnde LCD-Geschäft scheint sich zu erholen.

Der angeschlagene Elektronik-Konzern Sharp will stärker mit Samsung ins Geschäft kommen und dadurch bald die Wende schaffen. Für das laufende Geschäftsjahr 2013/14, das im nächsten März endet, kalkuliert das japanische Unternehmen mit einem operativen Gewinn von 80 Milliarden Yen, umgerechnet rund 604 Millionen Euro. Das ist deutlich mehr als Analysten Sharp bislang zutrauen. Im vergangenen Jahr fiel noch ein Verlust von über 146 Milliarden Yen (rund 1,1 Milliarden Euro) an.

Sharp stand zuletzt kurz vor der Pleite, konnte aber dank frischer Gelder von mehreren Banken gerettet werden. Der Abbau von 10.000 Stellen ist bereits beschlossen, ebenso wie der Verkauf von Geschäftsteilen im Ausland. Als größte Herausforderung gilt, die Fabriken ausgelastet zu halten, um genug Geld zu verdienen, so dass die Gläubiger nicht abspringen.

Nachfrage von Apple wird schwächer

Denn die Nachfrage von Apple - Sharp ist ein wichtiger Display-Zulieferer für das iPhone und iPad - schwächt sich gerade ab. Doch die Amerikaner haben ihre führende Position im Smartphone-Bereich an Samsung verloren. Sharp will daher nun mehr Einnahmen als Zulieferer der Südkoreaner erzielen. Samsung war im März mit drei Prozent bei Sharp eingestiegen und hatte dafür 110 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt.

Das Management gab bekannt, im Rahmen des drei Jahre laufenden Sanierungsplans einen operativen Gewinn von 150 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro) einzuplanen. Dies bezieht sich auf das Geschäftsjahr, das am 31. März 2016 endet. Vor 2008 hat Sharp regelmäßig 100 bis 200 Milliarden Yen im Jahr verdient. Dann brach aber das TV- und Display-Geschäft ein. Überkapazitäten, der damals starke Yen und der harte Wettbewerb mit Rivalen aus Südkorea und Taiwan setzten den Japanern zu.

Wegen der Geldschwemme der japanischen Notenbank hat der Yen mittlerweile aber deutlich abgewertet, was allen Exportfirmen des Landes hilft, weil sie ihre Produkte auf dem Weltmarkt günstiger anbieten können. Die Zahlen für das vergangene Jahr konnten dadurch aber noch nicht aufpoliert werden: Unter dem Strich stand wegen hoher Abschreibungen ein Verlust von umgerechnet 4,15 Milliarden Euro. Sharp teilte zudem mit, bei Banken weitere 150 Milliarden Yen zu leihen, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

In Deutschland ist Sharp Haupteigner des TV-Herstellers Loewe, der selbst ums Überleben kämpft. Nach einem neuerlichen Umsatzschwund und drastisch gestiegenen Verlusten im ersten Quartal 2013 ist das Grundkapital bei dem bayerischen Unternehmen fast zur Hälfte aufgebraucht.

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