Samsung mit Google gegen Apple - es geht um mehr

Samsung mit Google gegen Apple - es geht um mehr

Samsung darf Nexus im Moment nicht verkaufen - schuld ist der eigene Kunde Apple.

Die mächtigsten Konzerne der Sparte Consumer Electronics bekämpfen sich nicht nur auf dem Markt, sondern immer öfter auch vor Gericht. Apple musste wie berichtet 60 Millionen Dollar für das Recht, den Namen iPad in China verwenden zu dürfen, bezahlen. Eine noch herberen Rückschlag gibt es nun für Samsung: Der koreanische Konzern darf sein Galaxy Nexus-Smartphone in den USA im Moment nicht verkaufen. Ein Gericht im kalifornischen San Jose hat entschieden, dass das Nexus im Moment nicht angeboten werden darf.

Ähnlichkeiten zum iPhone

Damit wurde dem Ansuchen von Apple nachgegeben, das beim Nexus ähnliche Software wie bei seinem iPhone gesehen hat. Das Gericht folgte den Argumenten von Apple und sah Ähnlichkeiten etwa bei der Suche im Internet oder bei der Spracherkennung.
Das Brisante an dem Gerichtsstreit: Apple ist zugleich einer der größten Kunden von Samsung und bezieht unter anderem Bildschirme und Chips von den Koreanern. Nach Branchenschätzungen machen die Lieferungen an Apple rund sieben Prozent des Umsatzes von Samsung aus.

Google vs. Apple

Zweite Pikanterie: Das Duell um das Nexus-Handy – nur einer von mehrerer Gerichtsstreitigkeiten zwischen Apple und Samsung in den USA – ist in Wirklichkeit ein Kampf Google vs. Apple. Denn das Nexus wird zwar von Samsung produziert, ist aber in Wirklichkeit ein Google-Gerät, das streng nach den Anforderungen des Internet-Konzerns designt wurde.

Es geht um mehr

Für Samsung geht es demnach in dem Fall um mehreres: Wie wird sich das Verhältnis zu Apple weiterentwickeln? Apple sucht angeblich nach neuen Lieferanten als Ersatz für Samsung, ist bisher aber angesichts der Qualitätsvorgaben noch nicht wirklich fündig geworden, heißt es in der Branche. Fraglich auch die weitere Partnerschaft von Google und Samsung – wird Google in Zukunft versuchen, unabhängiger von solchen Hardware-Kooperationen zu werden. Die jüngsten Vorstöße für eigene Geräte deuten jedenfalls in diese Richtung.

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