Samsung: Galaxy-Smartphones bringen neue Gewinn-Galaxie

Samsung: Galaxy-Smartphones bringen neue Gewinn-Galaxie

Der südkoreanische Elektronikriese Samsung hat dank seiner erfolgreichen Galaxy-Smartphones erneut einen Rekordgewinn eingestrichen.

Der Weltmarktführer bei den Alleskönner-Handys konnte nach Angaben vom Freitag sein Betriebsergebnis im dritten Quartal binnen Jahresfrist auf 5,6 Milliarden Euro nahezu verdoppeln. Auch florierende Geschäfte mit Fernsehern kompensierten locker den schwächeren Chipabsatz und die geringeren Display-Bestellungen des US-Rivalen Apple - Samsungs größter Kunde und zugleich größter Konkurrent. Der Gesamtumsatz lag nach den vorläufigen Zahlen insgesamt bei umgerechnet 38,8 Milliarden Euro und damit im Rahmen der Konzernziele. Branchenexperten rechnen aber mit einem Ende des rasanten Wachstumskurses zum Jahresende.

Für Samsung ist es bereits das vierte Quartal in Folge mit Rekordzahlen. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern einen Gewinn von gut 19 Milliarden Euro an. Das laufende Schlussquartal sieht Samsung aber geprägt von Sonderfaktoren, wenngleich der Betriebsgewinn sich solide entwickeln dürfte. Samsung muss mehr für Marketing ausgeben, um dem neuen iPhone-Modell von Apple die Stirn zu bieten. Außerdem ist das Unternehmen im Patentstreit mit dem Rivalen zur Zahlung von einer Milliarde Dollar verurteilt worden. Die Vorlage der offiziellen Bilanz für das abgelaufene Quartal ist bis Ende Oktober geplant.

"Neben der Rückstellung für die Rechtsstreitigkeiten kommen auf Samsung auch noch höhere Boni für die Mitarbeiter zu. Abgesehen davon, werden die Überschüsse solide bleiben. Es kommt nun darauf an, wieviel Samsung für Werbung ausgibt", sagte Analyst Lee Sun Tae von NH Investment & Securities. Experten rechnen damit, dass bis zur Mitte kommenden Jahres die Gewinne wegen der schwächeren Weltkonjunktur und nachlassender Nachfrage nach Chips und Elektronik zurückgehen werden.

Mittlerweile wachsen außerdem die Sorgen vor einem Fehltritt. "Das größte Risiko für Samsung sind die starken Konkurrenzprodukte wie etwa Apples iPhone 5. Das Handygeschäft macht den Großteil des Gewinns aus, ein Patzer könnte Verluste für den ganzen Konzern nach sich ziehen", erklärte Byun Han Joon von KB Investment & Securities. Rund zwei Drittel ihres Gewinns machen die Koreaner mit Smartphones. Im abgelaufenen Quartal haben sie 58 Millionen Handys verkauft, davon 20 Millionen Modelle des neuesten Galaxy S III.

Chipgeschäft schwächelt

Die beliebten Geräte sorgten dafür, dass Samsung Schwächen in anderen Bereichen ausgleichen konnte. Die Einnahmen aus dem Verkauf von DRAM-Chips gingen etwa um 14 Prozent zurück. Mittlerweile übersteigen die Herstellungskosten nach Analystenschätzungen den Weltmarktpreis, was über kurz oder lang auf die Rendite drücken wird. Samsung ist der weltgrößter Hersteller dieser Halbleiter, die vor allem in Computern und Handys eingesetzt werden. Es wird erwartet, dass Samsung seine Investitionen in den schwankungsanfälligen Bereich zurückfährt, was sich negativ auf Ausrüster wie den niederländischen ASML -Konzern auswirken dürfte.

Samsung konzentriert sich unterdessen auf den Ausbau seiner Produktpalette für Verbraucher. Das abgespeckte Smartphone-Modell Galaxy Note wird wohl im November auf den US-Markt kommen. Daneben setzt Samsung auf die neue Smartphone-Serie ATIV, die mit einem Microsoft -Betriebssystem läuft und der Lumia-Reihe des finnischen Rivalen Nokia Konkurrenz machen soll.

Trotz der Streitigkeiten mit Apple und der Niederlage vor US-Gerichten ist Samsungs Markenwert dem Beratungsunternehmen Interbrand zufolge im Aufwärtstrend. Der Ruf des Hauses ist mittlerweile mit 25 Milliarden Euro bewertet und somit der neunthöchste unter den Firmen der Welt. Samsungs Markenwert liegt somit vor dem Toyotas, ist aber immer noch weniger als halb so hoch wie der von Apple.

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