Samsung Galaxy S4: Wer der heimliche Gewinner ist

Samsung Galaxy S4: Wer der heimliche Gewinner ist

Das große Interesse am neuen Smartphone von Samsung freut auch Korean Air Lines: Die Airline wird von einem möglichen Verkaufserfolg des Galaxy S4 stark profitieren – die Fluggesellschaft hat es auch bitter nötig.

Die Markteinführung des Samsung Galaxy S4 hat einen klaren Gewinner: Korean Air Lines. Samsung wird voraussichtlich rund 44 Millionen Stück des S4 im zweiten und dritten Quartal verschicken, sagt ein Analyst von Woori Investment aus Seoul. Und der Platzbedarf ist überraschend hoch: Ein 747-8-Frachtflugzeug, das eine Million der neuen Geräte an Bord hat, kann sonst nichts anderes transportieren.

Die rasche Verteilung wertvoller Güter wie eben Smartphones ist von großer Bedeutung für Samsung, wenn es um den Gewinn von Marktanteilen geht. Gerade die Zeit gleich nach der Markteinführung ist bedeutend. Für Korean Air bedeutet das die Hoffnung auf ein Plus bei den Frachtraten, die die vergangenen beiden Jahren zurückgegangen waren. Korean Air ist zweitgrößter Cargo-Flieger der Welt.

Ein Analyst aus Seoul bezeichnet das Galaxy S4 als "Erleichterung" für Korean Air in schwierigen Zeiten. Zwar reiche ein einzelnes Produkt nicht aus, um volle Erholung zu garantieren, doch zumindest gebe es nun ein positives Signal

Branche mit Problemen

Der weltweite Flugfrachtmarkt ist im Vorjahr um 1,5 Prozent zurückgegangen; die Frachtflugzeuge waren meist nur zur Hälfte gefüllt. Von der Krise geschwächt, sind Anbieter wie Cathay Pacific dazu übergegangen, wertvolle Gegenständen wie Diamanten zu transportieren. Fluglinien setzen mit Fracht jährlich rund fünf Billionen Dollar um, das ist ein Drittel des gesamten Frachtvolumens weltweit. In Korea, Heimat von Samsung und LG, sind Elektronikprodukte besonders wichtig für die Fluggesellschaften.

Zwar ist der Transport via Schiff deutlich günstiger, doch wenn es um rasche Marktdurchdringung geht, muss es schneller gehen. Samsung wird das S4 Ende April in drei Ländern verkaufen, ab Anfang Mai dann in insgesamt 155 Staaten anbieten. Die Geräte selbst werden in Fabriken in Südkorea, China und Vietnam hergestellt. Das S4 gilt als großer Konkurrent für das iPhone 5 von Apple.

Bei der Korean Air ist die Vorfreude groß. "Die Auswirkung des S4-Transports ist nicht nur kurzfristig und auf Südkorea limitiert, denn es wird Konkurrenten wie Apple, LG und Nokia dazu verleiten, ihre Produkte früh herauszubringen"; sagt Kim Jong Cheol, Vizepräsident der Cargosparte von Korean Air. Schon im zweiten Quartal werde das positive Effekte auf die Nachfrage bei Luftfracht aus Asien bewirken. Korean Air erzielt Schätzungen zufolge 1,6 Prozent seines Umsatzes mit Samsung.

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