Panasonic vor schwieriger Umstrukturierung

Panasonic vor schwieriger Umstrukturierung

Nicht profitable Geschäftsfelder werden verlassen, der Konzern soll in vier Bereiche gegliedert werden.

Kazuhiro Tsuga hat wohl einen der schwierigsten Jobs der Welt: Er soll als Präsident der Panansonic Corp. den derzeit eingeschlagenen Restrukturierungskurs zu Ende führen und den angeschlagenen Elektronikkonzern zurück auf die Siegerstraße führen. Gestern hat Tsuga bei einem Pressegespräch in Tokio gesagt, dass das noch härter wird als eigentlich geplant; es müssten auch mehr Jobs gekürzt werden. Die Restrukturierung wird zudem mehr kosten als die veranschlagten 515 Millionen US-Dollar. Wieviele Jobs konkret gefährdet sind, verrät Tsuga indes noch nicht.

Keine Doppelgleisigkeiten mehr

Panasonic beschäftigt rund 330.000 Mitarbeiter und ist damit der größte börsenotierte Arbeitgeber des Landes. Allerdings war der Konzern in den vergangenen Jahren nicht nur wegen einer fragwürdigen Produktpolitik, sondern auch wegen eines aufgeblähten Apparats ins Strudeln geraten. Im Zuge der Restrukturierung soll die Zahl der Standort reduziert werden, zudem sollen Doppelgleisigkeiten zwischen einzelnen Bereichen des Riesenkonzerns in Zukunft vermieden werden.
Tsuga nimmt jedenfalls die teure Umstrukturierung in Kauf, weil er damit mittel- und langfristig die Profitabilität des Konzerns steigern will. Alle jene Bereiche, die nicht innerhalb der nächsten sechs Jahre einen Gewinn erwirtschaften, sollen geschlossen werden.

Insgesamt soll es dann nur noch vier Unternehmensbereich geben: Haushaltsgeräte (TV, Solar, etc.), B2B-Produkte (Klimaanlagen), Mobilgeräte (Autonavigation, Batterien für E-Autos) und Waren für den persönlichen Bedarf (Kompaktkameras, Rasierer). Alleine in der Zentrale sollen laut Tsuga „mehrere hundert“ der insgesamt 7000 Stellen gestrichen werden. Das Hauptquartier soll sich in Zukunft auf Investor Relations und übergeordnete Geschäftsbereiche konzentrieren; die Umstellung soll schon im Herbst passieren.

Sony geht es ebenso

Im laufenden Geschäftsjahr, das im April begonnen hatte, will Panasonic jedenfalls wieder einen Gewinn einfahren, nachdem es im vorigen Jahr einen Rekordverlust von umgerechnet 7,5 Milliarden Euro gegeben hatte. Panasonic ist indes kein Einzelfall: Auch die anderen japanischen (Ex-)Giganten Sony und Sharp müssen sich gerade neu aufstellen. Der Hauptgrund dafür ist die starke Konkurrenz durch Samsung und Apple. Sony, Panasonic und Sharp sind zuletzt auf einen gemeinsamen Verlust von 15 Milliarden Euro gekommen; schon für heuer haben alle drei Hersteller die Trendwende angekündigt.

Ein Problem der drei Konzerne ist ihre Größe, die rasches Reagieren auf Trends in den meisten Fällen unmöglich macht. Bricht dann in bestimmten Feldern wie zuletzt am TV-Markt der Absatz ein, dauert es nach Ansicht von Analysten zu lange, bis entsprechende Maßnahmen gesetzt werden. Speziell in Europa ist zudem eine allzu große Abhängigkeit von den Vorgaben aus dem Mutterland zu beobachten, was ein Eingehen auf spezifische Notwendigkeiten in den einzelnen Ländern unmöglich macht.

Quellen: Bloomberg, APA

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