Nokia kündigt Comeback im Smartphone-Geschäft an

Nokia kündigt Comeback im Smartphone-Geschäft an

Wo Nokia drauf steht, soll im kommenden Jahr auch wieder das Knowhow des finnischen Telekomkonzerns Nokia drin sein.

Noch im Frühjahr wurde es dementiert: Nokia erklärte, kein Interesse am Comeback als Handyhersteller zu planen. Ein halbes Jahr später scheint es nun fix. Der einstige Weltmarktführer will wieder Smartphones unter seiner eigenen Marke bauen.

Nun ist es fix: Nokia wird ein Comeback als Handyhersteller feiern. Wann ist noch nicht fix. Im Gegensatz zu den Zeiten, als Nokia noch eigene Handyfabriken gebaut hatte, wird die Produktion hingegen verschlankt. Soll heißen: Nokia lässt bauen. Auftragsfertiger in China sollen auf Anweisung von Nokia künftig Smartphones bauen, die das Logo von Nokia tragen. Die Vermarktung sowie das Kundenservice sollen künftig auch von Partner erledigt werden.

Frühestens im vierten Quartal 2016 darf Nokia wieder Smartphones unter der eigenen Marke bauen. Durch den Verkauf der Handysparte an Microsoft im Frühjahr 2014 steht Nokia noch in der Pflicht. Und darf bis dahin keine Handys unter eigener Marke bauen. Der einstige Weltmarktführer aus Finnland hatte im Vorjahr an Microsoft seine Handysparte verkauft. Microsoft zahlte knapp 9,5 Mrd. Dollar (8,6 Mrd. Euro). Gleich nach der vollzogenen Übernahme hatte Microsoft die Marke „Nokia“ von den Smartphones entfernt.

Finnlands große Zeit als Handy-Nation ist vorbei

Der ehemalige Chef der Mobiltelefon-Sparte von Nokia, Anssi Vanjoki glaubt, dass Finnlands große Zeit als Handy-Nation vorbei ist. In einem Interview in der Tageszeitung "Aamulehti" vom Wochenende sagte Vanjoki, der Weltmarkt für Handys und Smartphones sei gesättigt. Er glaube daher nicht, dass Finnland in Produktion oder Entwicklung jemals wieder eine nennenswerte Rolle spielen wird.

Nokia und Finnlands gesamte Elektronikindustrie sollten sich, anstatt von einer Rückkehr des Handy-Booms zu träumen, seiner Meinung nach auf die Entwicklung von Sprechelektronik und dazugehöriger Software und Plattformen konzentrieren.

Das Geschäft für Microsoft nicht wirklich anspringen. Microsoft ist weit entfernt von den Prognosen. Erst vorige Woche hatte der US-Konzern bekennen müssen, dass die Handysparte weiterhin schlechte Ergebnisse liefert. Microsoft hat angekündigt die Handysparte mit 7,6 Mrd. Dollar komplett abzuschreiben und einen Schlussstrich unter ein teures Abenteuer zu ziehen. Zusätzlich werden noch bis zu 800 Millionen Dollar für die Restrukturierung der Sparte fällig. Und gleichzeitig werden 7800 Mitarbeiter der schwächelnden Handysparte gefeuert. Mitte Juni wurde bereits der Ex-Nokia-CEO Stephen Elop, der vor seinem Eintritt bei Nokia bereits bei Microsoft beschäftigt war, gefeuert.

Microsoft will ab Ende Juli neue Premium-Smartphones mit dem neuen Betriebssystem Windows 10 auf den Markt bringen.

Erst im November 2014 hat Nokia aufhorchen lassen mit einem neuen Tablet-Rechner Nokia N1, das bisher in einigen ausgewählten Ländern erhältlich ist. Wie FORMAT im November 2014 berichtet hat, hatte Nokia bereits spekuliert, nach dem Verkauf der Handysparte an Microsoft unter Einhaltung einer Sperrfrist wieder selbst Handys herzustellen. Die Finnen hatten dies bis zuletzt zwar hartnäckig dementiert. Aber mit dem Tablet hat Nokia bereits auch schon die Richtung vorgegeben, welches Betriebssystem von den Finnen favorisert wird. Das N1 ist mit dem Betriebssystem Android ausgestattet. Auch die neuen Smartphones unter der Nokia-Marke sollen künftig mit Android statt wie zuletzt mit Windows ausgestattet werden.

Nokia Zentrale in Espoo, Finnland

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