Mobilfunk: 3 hofft auf schnelleren Prozess

Mobilfunk: 3 hofft auf schnelleren Prozess

Bei 3 ist man über Vorgehen der Behörden überrascht.

Die Übernahme von Orange durch 3 geht wie berichtet in „vertiefte“ Prüfungen durch die zuständigen Behörden. Ein komplexes Unterfangen, in das aktuell drei Prüfer involviert sind.

1. Die EU-Kommission prüft den Haupt-Deal, den Orange-Kauf durch 3.

2. Die Bundeswettbewerbsbehörde in Wien sieht sich die yesss!-Übernahme durch A1 an – den Sub-Deal.

3. Die Telekom-Control-Kommission in Wien analysiert die Eigentümer-Struktur und das Frequenz-Verteilungen.

Am 29. Juni wurden sowohl in Wien als auch in Brüssel vertiefte Prüfungen eingeleitet, die sogenannte Phase II. Für 3-Boss Jan Trionow und den Hongkonger Eigentümer-Konzern Hutchison kam das „überraschend“, wie er heute, Donnerstag, vor Journalisten sagte. Aufgrund der europäischen Richtlinien für Merger, die im Prinzip besagen, dass Zusammenschlüsse unter 25 Prozent Marktanteil „unbedenklich“ seien, war man von einem schnellen Verfahren ausgegangen. Trionow: „Es ist das erste Mal, dass ein derartiger Merger in die Phase II geht“. Die Phase II ist ein juristisch deutlich aufwändigeres Verfahren und hier müssen in Brüssel schließlich alle Kommissare grünes Licht geben. 3 hätte nach dem Zusammenschluss 22 Prozent Marktanteil in Österreich, in Kundenzahlen gerechnet.

Behörden fürchten um Wettbewerb

Dass es in die Phase II ging, ist vor allem auf die Bedenken der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde zurückzuführen - im Kern die Befürchtungen um einen nachlassenden Wettbewerb. Die BWB hat Brüssel zudem ersucht, auch die Prüfung von Orange-3 nach Wien zu verweisen. Brüssel muss das bis 10. August entscheiden. Insider gehen davon aus, dass das eher nicht passieren wird. Wäre es doch der Fall, würde es in Wien wieder bei Phase I beginnen.

Konstruktive Gespräche

Trionow bleibt jedenfalls weiter optimistisch und spricht von konstruktiven Gesprächen. 3 verhandelt mit Brüssel über Auflagen. Details wollte er nicht nennen. Nächster Stichtag – das formelle Ende der Phase II-Prüfungen – ist der 27. November. Trionow betonte, dass „auch ein verkürztes Verfahren“ möglich sei. Für den Mobilfunkstandort Österreich sei der lange Prozess keine gute Sache. „Es schadet den Kundeninteressen und gefährdet den Ausbau der nächsten Technologie-Generation“, sagt er. Von den Verzögerungen „profitiere niemand, allenfalls T-Mobile und ein bißchen der Marktführer“, so Trionow.

Wettbewerb in der DNA

Mit Worst case-Szenarien will sich 3 offiziell nicht beschäftigten. „Wer unsere Historie kennt, weiß, dass Wettbewerb in unserer Firmen-DNA drin ist. Den garantiere ich auch für die Zeit nach dem Tag X“.

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