Mobiles Arbeiten? Theoretisch ja, praktisch nein

Mobiles Arbeiten? Theoretisch ja, praktisch nein

Zufriedenheit der Mitarbeiter kann mit Teleworking gehoben werden – doch die Firmen haben Bedenken wegen der Sicherheit.

Zufriedenheit der Mitarbeiter kann mit Teleworking gehoben werden – doch die Firmen haben Bedenken wegen der Sicherheit.
Mobiles Arbeiten ist dank Laptop, Smartphone und drahtloser Breitbandverbindungen so einfach wie nie – und doch nutzt Österreichs Wirtschaft die Vorteile, die sich daraus bieten, nur sehr verhalten. Das findet zumindest eine aktuelle Studie des IT-Dienstleisters CSC Austria. In dessen Mobility-Studie wird unter anderem aufgezeigt, dass gerade einmal ein Viertel der Unternehmen konkrete Pläne zur Integration mobilen Arbeitens hat.

Umfrage unter 300 Verantwortlichen

Natürlich muss man bedenken, dass CSC selbst auf Mobility-Lösungen spezialisiert ist und daher ein augenscheinliches Interesse daran hat, die Notwendigkeit solcher Maßnahmen zu betonen. Dennoch: Die Umfrage, für die 300 Manager aus Wirtschaft und Verwaltung befragt wurden, zeigt ein paar interessante Tendenzen: Nur zwei Drittel der Unternehmen nutzen in irgendeiner Form bereits die Möglichkeit, dass Mitarbeiter mobil – also von außerhalb – auf Firmendaten oder –anwendungen zugreifen können bzw. Teleworking nutzen. Das ist angesichts der Tatsache, dass Österreich beim mobilen Internet zu den weltweit führenden Ländern zählt, verwunderlich.

Weshalb werden die Technologien so zögerlich eingesetzt? Laut CSC-Studie sind vor allem Sicherheitsbedenken daran schuld: Knapp ein Drittel der Befragten nennt das als Ursache Nummer eins. Vor allem vor dem Missbrauch vor Daten und vor einem Überfluten der Firmennetze mit Spam hat man Angst. Dabei hatten 84 Prozent der Unternehmen noch niemals mit solchen Problemen zu kämpfen.

Nur einfache Anwendungen

In jenen Unternehmen, in denen mobile Technologien bereits zum Einsatz kommen, werden vor allem standardisierte Anwendunge verwendet, also E-Mail, Kalender, Adressverzeichnisse oder Kundeninformationen. Weniger häufig dürfen Mitarbeiter von unterwegs auf sensible Daten wie aktuelle Angebote, Aufträge oder Firmen-Laufwerke zugreifen. Bei vertraulichen Unternehmenskennzahlen wie Lagerstand oder Auslastung gibt es überhaupt kein Vertrauen in die Technolgie (bzw. in die Mitarbeiter) – der Zugriff auf diese Daten ist bei weniger als zehn Prozent der Unternehmen von außerhalb möglich.

Zufriedenere Mitarbeiter

Was sind überhaupt die Vorteil des mobilen Internet? Die befragten Unternehmen nannten Schnelligkeit (85 Prozent), Flexibilität (65 Prozent) und Einsparungen (50 Prozent) als wichtigste Faktoren. Zwei Drittel sind überzeugt, dass Unternehmen vom stärkeren Einsatz mobiler Anwendungen allgemein profitieren.

Mobiles Arbeiten ist jedenfalls ein wichtiger Faktor für die Mitarbieterzufriedenheit – auch das zeigt die Untersuchung: Mehr als die Hälfte der von CSC Befragten würde den Anteil mobiler Arbeit gerne noch mehr ausweiten, entweder von Zuhause aus (33 Prozent) oder von unterwegs (18 Prozent). Das sei ein deutliches Zeichen für eine „Revolution von Innen“, sagt CSC Austria-Chef Norbert Haslacher. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern mobiles Arbeiten verwehren, würden speziell bei jungen, qualifizierten Mitarbeitern in Zukunft immer mehr an Attraktivität verlieren.

Einige weitere Details aus der Studie hier: Grafik ansehen und hier: Grafik ansehen

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