Schluss mit billig: Telefonieren wird teurer, "3" hebt die Preise an

Schluss mit billig: Telefonieren wird teurer, "3" hebt die Preise an

Das Ende der Preisschlacht am Mobilfunkmarkt? Der Handynetzbetreiber "3" hebt die Grundgebühr für einige seiner Tarife an. Kunden müssen in Zukunft um bis zu ein Drittel mehr zahlen oder können aus den Verträgen aussteigen.

Jahrelang haben die österreichischen Handynetzbetreiber Kunden mit Billigtarifen geködert und sich gegenseitig erbitterte Preiskämpfe geliefert. Obwohl allen Anbietern klar war, dass die Tarife kaum mehr kostendeckend waren wurde das Spiel beinhart durchgezogen. Auch, um Mitbewerber vom Markt zu verdrängen.

Nach der Fusion der beiden Netzbetreiber "3" und Orange, die den Preiskampf besonders aggressiv forciert haben, kommt es nun zu einer Trendwende. Der erste Netzbetreiber, der es gewagt hatte, Tarife zu erhöhen, war A1. Der Marktführer hat die Tarife für die Wertkarten-Angebote "bob" und die von Orange übernommene Diskont-Marke "Yesss!" erhöht.

Jetzt dreht auch "3" selbst an der Preisschraube. Auf der Website des Unternehmens schreibt der Netzbetreiber unter "Tarifanpasasung" :
"Die Mobilfunknutzung ist in den vergangenen Monaten deutlich rasanter gestiegen als erwartet... Das bedeutet: der Bedarf der Kunden steigt stetig und zusätzliche Kapazitäten sind notwendig. Drei investiert daher für seine Kunden mehr als 100 Mio. Euro pro Jahr in den Ausbau des Sprach- und Datennetzes.... Dies erfordert eine Tarifanpassung einiger Tarife, die nach neuen Kalkulationen nicht mehr kostendeckend sind."

Bei den Tarifen, die "3" nun erhöht handelt es sich um Angebote, mit denen Orange und "3" vor der Fusion Kunden geködert haben. Der Tarif "Einer für Alle" etwa, der mit 1000 Freiminuten in alle Netze, 1000 SMS und 1 GB Mobiler Daten um 7,50 Euro monatlich angeboten wurde. Dafür müssen die Kunden in Zukunft zehn Euro monatlich zahlen. Das Gleiche gilt für den "All in 15" Tarif. Auch dafür müssen Kunden in Zukunft statt 7,50 Euro zehn Euro monatlich bezahlen.

Laut "3" sind von den Tarifanpassungen nur acht Prozent der Kunden betroffen. Die Anpassung wird mit 1. Juli 2014 erfolgen, die Kunden werden Ende Mai schriftlich über die neuen Bedingungen informiert. Der Netzbetreiber hält fest, dass die Tarifanpassung notwendig sei, jährlich über als 100 Millionen Euro in die Erweiterung der Netze und den Ausbau der Kapazitäten investiert werden. "Gleichzeitig müssen wir uns gegen die zu erwartenden Mehrbelastungen aufgrund sonstiger Rahmenbedingungen (Umsatzeinbußen durch Abschaffung von Roaming, hohe Kosten für Mobilfunkfrequenzen) absichern", informiert "3".

Die Kunden werden Ende Mai in einem Brief über die Änderungen informiert. Kunden, deren Tarif angepasst wird, erhalten ein Sonderkündigungsrecht. Das gilt für alle betroffenen Kunden und ist unabhängig davon, ob sie einen Vertrag mit oder ohne Bindung haben.

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