Neues Apple iPhone: Fingerabdruck-Scanner scheint fix

Neues Apple iPhone: Fingerabdruck-Scanner scheint fix

Apple wird sein neues iPhone wohl kommenden Monat vorstellen. Nach Angaben der Branchenbeobachter ABI Research und KGI Securities Co. dürfte das neue Gerät einen Fingerabdruck-Scanner besitzen.

Das wird durch die Tatsache gestützt, dass Apple im vergangenen Jahr für 350 Mio. Dollar AuthenTec Inc. übernommen hat, einen Hersteller von Fingerabdruck-Sensoren.

Smartphone-Hersteller dürften nun um die Technologien wetteifern, was ein Rennen im Bereich biometrischer Geräte anheizen könnte. “Apple hat klar darauf hingewiesen, dass Marktführer die Biometrie als Teil ihres Strategieplans betrachten”, sagt Thomas Marschall, Chief Executive Officer von Precise Biometrics AB, dem schwedischen Produzenten von Authentifizierungsgeräten aus Lund. “Alle Wettbewerber schauen sich nach Alternativen um, um mit Apple mitzuhalten - das ist der Startschuss für eine Rally in der Branche.”

Die Hersteller von Mobilgeräten greifen auf biometrische Funktionen zurück, um ihre Smartphones sicherer zu machen, und um Bezahlfunktionen sowie den Zugriff auf Dateien, Filme und Musik über so genannte Could-Services zu beschleunigen. Sollte sich Apple diese Technologien zu Eigen machen, könnte die ganze Branche profitieren - so wie bei dem Schub für Touchscreens durch die Einführung des iPhone im Jahr 2007.

Der Kurs von Precise Biometrics hat sich der Übernahme von AuthenTec durch Apple fast verdoppelt. Dahinter stand die Erwartung einer steigenden Nachfrage nach biometrischen Technologien, die Passwörter und Unterschriften ersetzen können. Der Aktienkurs von Fingerprint Cards AB, einem anderen Hersteller von biometrischen Sicherheitslösungen aus Schweden, hat sich in demselben Zeitraum sogar mehr als verzehnfacht.

E-Commerce asl Hintergrund

Ein Fingerabdruck-Sensor würde es den iPhone-Nutzern erleichtern, auf ihre Dateien im Internet zuzugreifen oder Online-Käufe zu tätigen. Damit würde Apple im Wettstreit mit dem Android-Betriebssystem von Google Inc. der Rücken gestärkt, sagte Kuo Mingchi von KGI in Taipeh, zuständig für Apple- Zulieferer. Ein iPhone mit dieser Technologie werde den Lieferanten von Fingerabdruck-Scannern wohl eine “neue Dynamik” verleihen. Apple wollte auf Anfrage von Bloomberg keine Stellung nehmen.

Der mobile Zahlungsverkehr dürfte stark an Bedeutung gewinnen, wenn Smartphones für Überweisungen und Einkäufe genutzt werden. Das gesamte Transaktionsvolumen dürfte bis 2017 auf 721 Mrd. Dollar zulegen, verglichen mit 235 Mrd. Dollar in diesem Jahr, erwartet der Marktforscher Gartner Inc. Smartphones sind der größte und zugleich am schnellsten wachsende Teil des Markts für Mobiltelefone.

Die Lieferanten von sicheren Identifikationskarten mit eingebauten Chips profitieren bereits davon, dass immer mehr biometrische Authentifizierungsverfahren genutzt werden. Unternehmen wie Gemalto NV, Morpho, und Oberthur Technologies haben Fingerabdruck- und Augenscanner sowie Technologien zur Gesichtserkennung für Kunden wie Banken und Staaten entwickelt. Ihrer Einschätzung nach werden ID-Ausweise und Pässe mit programmierbaren Chips zunehmend für Transaktionen genutzt - wie das Bezahlen von U-Bahn-Fahrkarten oder Einkaufen im Internet.

“Elektronische Pässe sind nur die Spitze des Eisbergs”, hatte Gemalto-Chef Olivier Piou im Juni in einem Interview gesagt. Jeder Chip auf ID-Ausweisen sei mit sicherer Software ausgerüstet, die einige Berechtigungsnachweise, aber auch freien Speicherplatz enthalte. “Wir können das später mit allen möglichen neuen Applikationen füllen”, so Piou.

Die Aktie von Gemalto hat in den vergangenen zwölf Monaten in Amsterdam rund 46 Prozent angezogen und Anfang der Woche mit 87,57 Euro den höchsten Stand seit dem Börsengang im Jahr 2004 erreicht. Der Kurs von Safran SA, dem Mutterkonzern von Morpho, gewann in dem Zeitraum mehr als 50 Prozent hinzu.

Unter den Verbrauchern erfreuen sich biometrischen Erkennungsverfahren bislang keiner großen Popularität, obgleich einige Laptops und Computertastaturen mit entsprechenden Systemen arbeiten. Apple mit seinem Ruf als Trendsetter in der Technologiebranche könnte das allerdings ändern, erklärte Johan Carlstroem, Chef von Fingerprint Cards in Göteborg, Schweden.

“Die Verwendung von biometrischen Systemen in Verbraucherelektronik ist nicht neu”, sagte er. Wenn aber “Apple seine Fingerabdruck-Lösung dazu bringt, einwandfrei zu arbeiten, und ein großartiges Nutzererlebnis liefert, dann stellt das einen Paradigmenwechsel und einen Meilenstein für die Biometrie dar.”

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