Mobile World Congress: Smarte Phones, intelligente Zahnbürsten

Mobile World Congress: Smarte Phones, intelligente Zahnbürsten

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona stehen so stark wie nie günstige Smartphones im Mittelpunkt. Es geht um den riesigen unerschlossenen Markt in Entwicklungsländern. Samsung stellt das neue Super-Smartphone Galaxy S5 vor. Das mobile Internet hat mittlerweile sogar die tägliche Zahnhygiene erreicht.

Im Smartphone-Markt purzeln die Preise. So wollen die Macher des Browsers und Betriebssystems Firefox bald einfache Computer-Handys für nur 25 Dollar anbieten - das sind umgerechnet gut 18 Euro. Solche Geräte sind vor allem für Entwicklungsländer gedacht.

Google und Facebook nehmen sich die Dritte Welt aus einer anderen Richtung vor: Sie wollen die Menschen schneller ins Internet bringen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der in Barcelona als Redner auftritt, rief dafür die Koalition "Internet.org" für bezahlbares Internet ins Leben. Der Kauf des Kurznachrichten-Dienstes WhatsApp könnte den Plänen einen weiteren Schub geben. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hält in Barcelona eine Rede zu den künftigen Plänen des Internet-Riesen. Und Google experimentiert mit Projekten wie Sender-Ballons über den Wolken und will laut dem Blog "The Information" ein drahtloses Internet-Netz in der Hauptstadt von Uganda, Kampala, starten.

Smartphone goes Tablet

Zugleich werden die teuren Smarpthones immer ausgeklügelter: So stellte der chinesische Hersteller Huawei auf dem Mobile World Congress in Barcelona mit dem Mediapad X1 ein Gerät an der Grenze zwischen Smartphone und Tablet vor. Es hat einen 7-Zoll-Bildschirm wie kleine Tablet-Computer, aber so kompakte Abmessungen, dass man damit auch telefonieren kann. Der Bildschirm nimmt 80 Prozent der Oberfläche ein, was eine starke technische Leistung ist. Huawei stellte in Barcelona auch eine weitere ungewöhnliche Kombination vor: Ein Headset, das sich zu einem Fitness-Armband umfunktionieren lässt.


Huawei stellt mit dem TalkBand eine Kombination aus Headset und Datenuhr vor. Bild: © REUTERS/Gustau Nacarino

Gleich zwei neue Computer-Uhren schickt der südkoreanische Smartphone-Marktführer Samsung im schnell wachsenden Segment der vernetzten tragbaren Technik ins Rennen. Die Modelle Gear 2 und Gear 2 Neo laufen nicht mehr mit dem Google-System Android, sondern der hauseigenen Betriebssoftware Tizen. Die beiden Uhren, die im April auf den Markt kommen, sollen mit diversen Samsung-Geräten kompatibel sein. Preise nannte das Unternehmen noch nicht.

Wie der im Herbst gestartete Erstling Galaxy Gear können Samsungs neue Daten-Uhren über eingegangene E-Mails und Kurznachrichten informieren und sind mit Sensoren für Fitness-Funktionen versehen. Der Chip wurde zu einer Version mit zwei Rechenkernen und 1 Gigahertz Taktfrequenz aufgerüstet. Die Kamera steckt jetzt direkt in der Uhr statt im Armband, beim Modell Neo verzichtete Samsung ganz auf sie.

Für Montagabend hat Samsung eine große Produktvorstellung angesetzt. Erwartet wird allgemein das neue Spitzen-Modell Galaxy S5. Zuvor gibt es Neuheiten unter anderem von Sony und Nokia. Der Südkoreanische Hersteller LG will sich im Premium-Segment der Smartphones etablieren und präsentiert auf dem Mobile World Congress in Barcelona sein neues Flaggschiff G Pro 2. Das Gerät hat ein Display mit 5,9 Zoll Bildschirmdiagonale und kann auch Bilder in Ultra-HD-Qualität aufnehmen und wiedergeben.

Mit dem LG Flex, das bereits auf der CES in Las Vegas zu sehen war, bringt LG außerdem erstmals ein Smartphone mit gebogenem Bildschirm auf den Markt. Ähnlich wie bei den "Curved TVs" soll das Auge dadurch stets den gleichen Abstand zum Bildschirm haben.

Mundhygiene im Datenrausch

Der Mobile World Congress treibt darüber hinaus aber auch ungewöhnliche Blüten. Der Big Data-Furor ist mittlerweile bis in den Bereich der Körperpflege vorgestoßen. So will beispielsweise Oral-B in Barcelona eine Zahnbürste mit Bluetooth-Schnittstelle vorstellen. Sie soll laut Hersteller ein unentbehrlicher Bestandteil des interaktiven Badezimmers werden und neue Maßstäbe bei der Mundhygiene setzen, wie Heise Online berichtet.

Ans Smartphone übertragene Statistiken sollen das Zähneputzen verbessern. Die Zahnbürste kommuniziert über Bluetooth 4.0 mit einer App auf einem iPhone oder Android-Smartphone. Letztere empfängt Putzdaten und liefert direkt beim Zähneputzen Pflegehinweise. Anschließend zeigt sie dem Nutzer Diagramme über den Putzvorgang an. Das soll die Zahnpflege intelligenter gestalten und verbessern. Außerdem soll die Putzdauer unter Aufsicht der Oral-B-App von durchscnuttliche 60 Sekunden auf über zwei Minuten ansteigen.

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