Kampf um T-Mobile USA

Kampf um T-Mobile USA

Insidern zufolge nimmt der Satelliten-Fernsehanbieter Dish den viertgrößten Mobilfunker der USA ins Visier.

Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen, Dish erwäge ein Angebot für T-Mobile US und habe bereits mit der Telekom über eine Übernahmevereinbarung gesprochen.

Dish habe über ein Gebot noch nicht entschieden, werde aber nicht zurückstehen, sollte der US-Mobilfunkanbieter Sprint für T-Mobile US bieten. Der Bonner Konzern und Dish wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. Anleger reagierten elektrisiert: Die T-Aktie stieg im frühen Handel um 2,5 Prozent.

Das "Wall Street Journal" hatte zuletzt berichtet, Sprint bereite ein milliardenschweres Übernahmeangebot für die Telekom-Tochter vor. Der drittgrößte US-Mobilfunker will damit Anschluss an die Platzhirsche Verizon Wireless und AT&T finden, die doppelt so viele Kunden zählen. Die Marktführer locken Handy-Kunden besonders mit ihrem landesweit gut ausgebauten Netzen. Gegen das Duo haben bisher weder Sprint noch T-Mobile USA ein Rezept gefunden.

Für die Deutsche Telekom wäre der Zeitpunkt für einen Verkauf der US-Tochter günstig: Die Bonner konnten jüngst den jahrelangen Kundenexodus ihres Amerika-Ablegers mit Milliardenaufwand stoppen - seit dem Frühjahr lockt T-Mobile US sogar wieder neue Vertragskunden.

Dish liebäugelt schon seit längerem mit einem Einstieg in den US-Mobilfunkmarkt. Den Bieterwettstreit um Sprint hatte der Konzern vor Monaten gegen den japanischen Telekom-Konzern Softbank verloren. Dish strahlt in den Vereinigten Staaten Bezahlfernsehen über Satellit aus. Da der TV-Markt in den USA gesättigt ist, sucht Dish nach neuen Wachstumschancen. Der umtriebige Firmenchef Charles Ergen hat schon längerem sein Interesse am Kauf eines Mobilfunk-Netzbetreibers bekundet. Ergen plant, über ein eigenes Mobilfunknetz Fernsehen und schnelles Internet anzubieten. Dazu hat Dish sich in der Vergangenheit bereits mit Funkfrequenzen eingedeckt. Einzig ein landesweites Handy-Netz mit tausenden Mobilfunkmasten fehlt. Der Bau eines solchen Netzwerks wäre sündhaft teuer und extrem langwierig - Kaufen ginge schneller.

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