Google will Android an die Oberfläche bringen

Google will Android an die Oberfläche bringen

Da die einzelnen Hardware-Hersteller auf den Android-Geräten immer mehr eigene Services in den Vordergrund rücken, will Google nun das offene Betriebssystem stärken und auch besser abstimmen.

Google will stärker Flagge auf Smartphones mit seinem Betriebssystem Android zeigen. Neben einer Version von Samsungs Galaxy S4 wird es ab Ende Juni auch das HTC One mit der von Google entworfenen Benutzeroberfläche geben. Das Ziel sei, den Nutzern eine durchgängige Bedienung zu bieten, betonte der neue Android-Chef Sundar Pichai am späten Donnerstag bei der Konferenz D11 des Technologie-Blogs All Things D. Google verhandle auch mit seinen Hardware-Partnern darüber, wie deren Software-Erweiterungen besser mit dem eigentlichen Benutzungskonzept von Android abgestimmt werden könnten.

Eigene Oberlfächen

Android ist als offenes Betriebssystem angelegt. Daher können Hersteller und Netzbetreiber ihre eigenen Benutzeroberflächen auf das System legen. Davon machen sie auch beherzt Gebrauch. Die Kindle-Tablets von Amazon, die mit Android laufen, kommen beispielsweise fast vollständig ohne Google-Dienste aus. Und auch beim größten Android-Anbieter Samsung werden viele Google-Dienste immer mehr in den Hintergrund gedrängt.

Die Marktmacht von Samsung bereite ihm jedoch keine Sorgen, beteuerte Pichai. "Ich denke nicht, dass es für uns einen großen Unterschied macht." Die Stärke einer Plattform liege nicht nur im Betriebssystem, sondern vor allem in den Diensten, die darauf aufbauen. "Google-Dienste wie Suche, Karten oder YouTube sind ein maßgeblicher Grund für den Erfolg von Android", betonte Pichai.

Nexus als "reine" Android-Plattform

Google setzte seine "reine" Android-Vision bisher vor allem in Geräten der Nexus-Serie um, die mit wechselnden Herstellern produziert werden. Zuletzt wurde das Nexus 4 zusammen mit LG entwickelt. Es werde auch künftig Nexus-Geräte geben, sagte Pichai.

"Mit Android versuchen wir, vorherzusehen, wie die Computer-Nutzung in fünf oder zehn Jahren aussehen wird und das System dafür zu positionieren", erklärte der Google-Manager. Es werde eine Welt mit vielen verschiedenen Bildschirmen und Geräten sein, und Android müsse auf allen laufen und ähnlich bedienbar bleiben. "Das ist das große Ziel." Zugleich würden die Hersteller weiterhin ihre Möglichkeiten zur Individualisierung behalten.

Chrome und Android rücken zusammen

Pichai verantwortete bei Google bisher den Browser Chrome und das darauf aufgebaute Computer-Betriebssystem. Nach dem überraschenden Abgang von Android-Miterfinder Andy Rubin im März übernahm er auch das Kommando bei der weltweit meistgenutzten mobilen Plattform. Der Abschied von Rubin habe die Chance gegeben, Chrome und Android näher zusammenzubringen. Pichai wich allerdings der Frage aus, ob die beiden Google-Systeme ganz miteinander verschmolzen werden sollen.

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