FORMAT-Test: SwiftKey bringt Erleichterung beim Tippen

FORMAT-Test: SwiftKey bringt Erleichterung beim Tippen

Raschere, einfachere Eingabe von Texten auf Android-Smartphones und -Tablets verspricht die SwiftKey-App. Im Test zeigt sich, was der Bestseller aus dem Google Play Store tatsächlich vor.

Wer von uns älteren Semestern (also alle jenseits der 20!) kennt es nicht, das Neidgefühl, wenn man jungen Leuten beim Bedienen eines Handy zusieht? Da fliegen die Finger nur so über die Tastatur, da werden in wenigen Sekunden halbe Romane verfasst. Gut, wir wurden ja auch zu Vorschul- und Schulzeiten im Umgang mit Stift und Füllfeder unterrichtet, nicht mit virtuellen Tastaturen.

Ohne sich auf die Technik ausreden zu wollen: Die meisten Tastaturen auf den Touchscreens von Apple-, Android- und Windows-Geräten sind nicht wirklich ausgereift. Sie reagieren träge oder machen das Treffen des gewünschten Buchstabens beinahe unmöglich.

Abhilfe versprechen Tastaturen von Drittanbietern, die extra installiert werden können. Am beliebtesten ist dabei SwiftKey des gleichnamigen Unternehmens , das 2008 vom damals 22jährigen Jon Reynolds gegründet wurde. Diese Tastatur gibt es derzeit allerdings nur für Android-Geräte, was angeblich für etliche Apple-Anhänger ein Grund für einen Umstieg war.

Im Test

Ich habe mir SwiftKey, das im Play Store von Google entweder als kostenlose Test-Version mit eingeschränkten Features oder als Bezahl-App (circa vier Euro) mit voller Funktionalität gibt, angesehen. Oder genauer gesagt: Angetippt.

Herausragendes Merkmal von SwiftKey ist die Fähigkeit dieser App, die gewünschten Worte vorherzusagen. Dazu muss dem Programm erlaubt werden, etwa beim Schreiben von SMS oder Tweets sozusagen mitzuhorchen, also zu lernen, welche Worte oder Sätze man besonders oft verwendet. Im Gegensatz zu den üblichen Android-Tastaturen klappt das bei SwiftKey wirklich hervorragend. Selbst wer ein wenig an Verfolgungswahn leidet wie der Autor dieser Zeilen und daher beispielsweise die Aufzeichnung der Tweets nicht erlaubt, kommt schon nach einigen Tagen in den Genuss bester Prognosen. Bisher habe ich diese Prognose-Tool immer sofort ausgeschaltet, denn die vorgeschlagenen Worte haben fast niemals gepasst oder waren sie beim Verfassen von Texten einfach störend. Doch bei SwiftKey ist es anders und jeden Tag wird es besser.

Bis zu drei Sprachen können voreingestellt werden, damit die entsprechenden Wörter erkannt werden. Apropos Voreinstellung: Es besteht die Möglichkeit, aus unterschiedlichen Designs zu wählen. Ebenso könne etwa die Tastenhöhe (Querformat und Hochformat), automatische Großschreibung und Setzen eines Punkes (nach Doppelklick auf Leertaste) eingestellt werden.

Zweite Eigenschaft des kleinen, feinen Programms ist ein Feature namens "Flow", das sich eindeutig an Swype orientiert: Dabei werden Wörter nicht durch Antippen einzelner Buchstaben geschrieben, sondern indem in einer durchgehenden Bewegung zwischen diesen Buchstaben über die Tastatur gestrichen wird. Das funktioniert recht gut, vor allem bei jenen Wörtern, die SwiftKey (siehe oben) schon gelernt hat. Wenn ich beispielsweise "Hallo, wie geht´s?" schreiben will (okay, kein gutes Beispiel!), reicht einige Fingerstriche und SwiftKey macht den richtigen Satz daraus.

Witzig ist die SwiftKey-Statistik, die beispielsweise Angaben zur (angeblichen) Effizienzsteigerung zeigt. So soll ich dank des Programms um ein Drittel effizienter geworden sein und mir innerhalb von ca. zwei Wochen an die 2000 Tastenanschläge erspart haben. Das in Arbeitszeit oder auch Freizeit umzurechnen, ist aber nicht möglich. Aber auch ohne diese Umrechnung ist klar: SwiftKey ist für Android-Nutzer, die einigermaßen oft etwas schreiben, fast unverzichtbar und um Klassen besser als die vorgegebenen Android-Tastaturen. Und ich fürchte, es ist tatsächlich ein hervorragendes Argument für Android gegenüber Apple.

Link: Die derzeit meistverkauften Apps im Google Play Store .

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