Mobile Kapitulation: Firefox OS verschwindet vom Handy

Mobile Kapitulation: Firefox OS verschwindet vom Handy

Mit dem Betriebssystem "Firefox OS" wollte Mozilla vor allem in Schwellenländern die Herzen der Handynutzer erobern. Doch der Plan scheiterte an der enormen Marktmacht des Google-Imperiums.

"There is a web for that" - Dafür gibt es ein Web. Mit diesem Slogan hatte Mozilla sein Handy-Betriebssystem Firefox OS 2013 auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt. Das Prinzip: Der Nutzer sollte nicht mehr über Apps, die kleinen Mini-Programme der Smartphones, auf Inhalte zugreifen, sondern über Icons auf dem Bildschirm direkt zu mobilen Websites gelangen. Dadurch, so Mozilla, würden Informationen immer aktuell sein, ohne dass man Updates installieren muss. Firefox OS sollte Open Source und somit gratis für Hardware-Partner sein - womit auch die Zielgruppe klar definiert war: Vor allem in Schwellenländer sollte der feurige Fuchs die Herzen der Menschen erobern. Die Geräte wurden unter anderem in Lateinamerika, in Afrika und in Europa zum Beispiel in Polen auf den Markt gebracht.

Allerdings wurden auch Smartphones mit dem dominierenden Google-System Android immer günstiger, was Firefox OS schnell den Wind aus den Segeln nahm. Der Anteil am Smartphone-Geschäft blieb mikroskopisch. Und schließlich kommt es zur Kapitulation: Telefone mit Firefox OS sollen nicht mehr über Mobilfunk-Anbieter vertrieben werden, erklärt Mozilla-Manager Ari Jaaksi am späten Dienstag dem Technologie-Blog "TechCrunch". Das hauseigene Betriebssystem gilt somit als gescheitert.

Allerdings soll es in Zukunft "neue Experimente" mit vernetzten Geräten geben. Vernetzte Fernseher, etwa von Panasonic, laufen heiute schon auf Firefox OS.

Große Pläne wurden Rohrkrepierer

Noch im Juni hatte Mozilla-Chef Chris Beard für die neue Version von Firefox OS "Ignite" neue Ziele vorgegeben. Die Idee eines 25-Dollar-Smartphones (23 Euro) war vom Tisch. Das System solle nicht mehr vor allem auf Billig-Smartphones zielen und auch auf anderen vernetzten Geräten laufen, hieß es.

Doch schon damals zeichneten sich Schwierigkeiten bei der Weiterentwicklung ab. So hatte der für die Firefox-OS-Entwicklung zuständige Technikchef Andreas Gal, ein ungarisch-deutscher Informatiker, die Organisation in Richtung eines Start-ups verlassen.

Tristes Nischendasein

Bei den Smartphone-Verkäufen dominiert Android mit einem Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Apple kommt mit seinem iPhone auf rund 15 Prozent, sichert sich aber den Großteil der Gewinne in der Branche, weil der Konzern auf günstige Geräte verzichtet. Andere Betriebssysteme haben es schwer. Microsoft mit seinem Windows Phone kam in der jüngsten Rangliste des IT-Marktforschers IDC gerade einmal auf 2,2 Prozent.

Firefox OS kommt bei IDC zusammen mit weiteren Systemen in die Rubrik "Andere" auf einen gemeinsamen Marktanteil von 0,8 Prozent. Die kleinen Anbieter kämpfen mit massiven Problemen. Der Smartphone-Pionier Blackberry erwägt, das eigene System im Smartphone-Markt aufzugeben und auf Android umzusteigen. Die Firma Jolla, die auf Basis einer Nokia-Entwicklung das System Sailfish vermarktet, will sich in einer Insolvenz sanieren.

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