Fire: Amazons 3D-Smartphone als Angriff auf Apple und Samsung

Fire: Amazons 3D-Smartphone als Angriff auf Apple und Samsung

Amazon wagt den Schritt in den hart umkämpften Smartphone-Markt. Das Ziel des Konzerns ist aber nicht, viel Geld mit Hardware zu verdienen - sondern neue Vertriebswege im Online-Handel zu erschließen.

Lange hatte die Gerüchteküche gekocht, nun ist es offiziell: Mit dem „Fire“ zeigt der Online-Händler Amazon sein erstes Smartphone, nachdem der US-Konzern bereits mit dem Kindle das digitale Lesen revolutioniert und mit dem „Kindle Fire“ einen günstigen Tablet-PC auf den Markt geworfen hatte.

Das Gerät wird ab 25. Juli zunächst nur in den USA erhältlich sein. Preis: zwischen 199 und 649 Dollar (abhängig von der Tarifeinstufung). Exklusiver Vertriebspartner im Handel ist der Telekomanbieter AT&T. Über die Website des Internetkonzerns kann das Smartphone bereits bestellt werden.

Auf den ersten Blick ist das „Fire“ ein Smartphone wie jedes andere mit Googles Betriebssystem Android – allerdings hat es ein paar Besonderheiten zu bieten. Denn bei der Technologie namens „Dynamic Perspective“ befinden sich vier Spezialkameras und vier Infrarotsensoren in der Frontseite der Kamera, die es dem Gerät erlauben, mit seiner Umwelt zu interagieren – vor allem ist es damit möglich, das Gesicht des Nutzers zu identifizieren und dadurch ein Bild im so genannten autostereoskopischen 3D – also 3D ohne Brille – darzustellen. Durch die neue Technologie soll das Bild dem Technologieblog TechCrunch zufolge anders aussehen als bei herkömmlichem 3D-Kino: „Es gibt mehr Tiefe, so als würde man eine Straße hinunter schauen“, schreiben die US-Kollegen.

Durch die Infrarot-Technologie funktioniert dieser Trick auch im Dunkeln. Zudem sind andere Anwendungen als die bloße 3D-Darstellung möglich: Etwa kann man scrollen, indem man das Gerät neigt und die Sensoren bemerken, dass sich im Umfeld etwas ändert. Programmierer sollen mit einem „Software Development Kit“ (SDK) dabei unterstützt werden, weitere Spielerein für die Hardware zu entwickeln.

Einkaufen mit dem Smartphone

Die so genannte „Firefly Technology“ soll zudem den Nutzer dazu verleiten, mehr mit dem Smartphone einzukaufen. Per Kamera kann das Handy verschiedene Produkte, Filme oder QR-Codes erfassen; anschließend werden die Datenbanken von Amazon durchsucht und entsprechende Produkte angeboten.

Hier wird wieder klar, was schon bei dem E-Reader Kindle deutlich wurde: Amazon ist kein Hardware-Unternehmen, das Geräte verkauft – sondern ein Online-Händler, der neue Vertriebswege erschließt. Auch ältere, in der Anschaffung billige Kindle E-Reader sind etliche Jahre nach der Anschaffung einsatzfähig – und bescheren Amazon blühende Umsätze mit digitalen Büchern.

Video-Streaming: Nicht in Österreich

Außerdem betont Amazons CEO Jeff Bezos, dass das Smartphone für Kunden von Amazon Prime geschaffen wurde: Wer diesen Dienst abonniert hat, der kann die entsprechenden Angebote gleich auf dem Smartphone nutzen – also etwa Filme und Serien gratis ansehen, sofern die entsprechende Flatrate unterstützt wird.

Das ist in Österreich nicht der Fall. Zwar können sich Österreicher auf amazon.de für „Amazon Prime“ anmelden, die Flatrate für Filme und Serien aber nicht nutzen – der Konzern hat für das vergleichsweise kleine Österreich nämlich noch nicht die erforderlichen Rechte ausgehandelt.

Auch wird es vorerst noch eine Zeit dauern, bis das „Fire“ in Österreich erhältlich ist. Vorerst gibt es das Gerät ab 25. Juli beim US-Mobilfunkter AT&T: Zu einem Preis ab 199 Dollar, plus Vertrag mit zwei Jahren Bindung.

Mobile

Sicher im Urlaub: Eine App informiert über Reisewarnungen

Technik

TKG-Novelle bringt Vorteile für Handykunden

Mobile

Mobile Kapitulation: Firefox OS verschwindet vom Handy

Mobile

Die besten Weihnachtsangebote der Mobilfunkbetreiber