BlackBerry: Weshalb es jetzt wirklich schwarz aussieht

BlackBerry: Weshalb es jetzt wirklich schwarz aussieht

Einstmals liebstes Werkzeug im Berufsleben, hat BlackBerry viele Trends verschlafen. Der Umkehrschwung scheint auch mit dem neuen Modellen und dem neuen Betriebssystem nicht wirklich zu gelingen. Woran liegt das?

So grundsätzlich positiv gestimmt viele Testberichte über die neuen Produkte des kanadischen Herstellers BlackBerry (vormals RIM, Research in Motion) auch waren: Am Markt haben sich die nach wie vor vornehmlich als Firmenwerkzeuge gedachten Mobiltelefone bisher nicht entscheidend durchsetzen können. Die heute vorgelegten Zahlen haben für einen veritablen Schock an der Börse gesorgt . Ein Nettoverlust von 84 Millionen Dollar ist zwar angesichts der immer noch recht üppigen Cash-Reserven kein Beinbruch (zumindest kein offener), doch der Absatz war in diesem Zeitraum mehr schlecht als recht - zumindest wurden die doch recht hoffnungsvollen Prognosen von Analysten und wohl auch unternehmensinterne Vorgaben nicht erfüllt: 6,8 Millionen Stück wurden im ersten Quartal verkauft. Zum Vergleich: Samsung verkauft im Quartal derzeit an die 68 Millionen Stück Smartphones.

Die beiden Hoffnungsträger des kanadischen Konzerns sind das Modell Z10 und das Modell Q10 , die beide mit dem neuen Betriebssystem OS10 ausgestattet sind. Für BlackBerry stellt dieses einen Quantensprung in punkto Bedienerfreundlichkeit und Einbindung von Web-Services dar.

Es geht nicht wirklich bergauf

Und dennoch: Die Marke BlackBerry hat sich bisher noch nicht aus dem Abwärtsstrudel befreien können. Ein Grundproblem ist die nach wie vor primär technologische Sichtweise des Managements. Wie schon die Jahre zuvor wird versucht, die Kunden mit technischen Spezifikationen und Vorhandensein einer Tastatur zu überzeugen. Dazu kommt, dass sich BlackBerry eben nach wie vor stark auf Firmenkunden konzentriert, selbst wenn es in bestimmten Märkten (etwa in Frankreich) den Versuch gibt, die BB-Smartphones auch für andere Zielgruppen attraktiv zu machen.

Die Krux ist dabei, dass ein Smartphone längst kein Werkzeug mehr ist, bei dessen Anschaffung vor allem rationale Gründe eine Rolle spielen. Verwendbarkeit im privaten Umfeld, leichte Bedienbarkeit, eine riesige Auswahl an Apps, Verbindungen zu anderen Geräten - das sind die Gründe, die heute für dieses oder jene Modell oder Betriebssystem sprechen. Selbst Microsoft tut sich schwer, sein Handy-Betriebssystem in den Markt zu pressen.

Firmenkunden oder was?

Unternehmen können zwar mit BlackBerrys auf Nummer sicher gehen, weil die passen sich in die vorhandene IT-Infrastruktur besser ein. Doch den meisten Mitarbeitern macht man mit einem iPhone oder einem Galaxy S4 heute deutlich mehr Freude - einfach weil diese Smartphones für die sonstige Nutzung besser geeignet erscheinen und auch ein anderes Image haben. Im Zuge sogenannte "Bring your own Device"-Strategien lassen sich auch solche Smartphones heute aber unter Umständen in die IT-Landschaft einer Firma integrieren.

Und hier wird es für BlackBerry doppelt schwierig: Denn selbst hat dieser Hersteller jahrelang nicht nur von der einstmaligen technologischen Überlegenheit (etwa was das Tippen betrifft) profitiert, sondern sehr wohl auch vom Image: Einen BlackBerry zu haben war eine Art Auszeichnung für Manager. Diese Zeiten sind vorbei.

Pinke Handys oder doch nicht?

Mit BlackBerry, so hat es den Anschein, geht es weiter bergab. Was auch immer versucht wird, es hat derzeit wenig Erfolg: Günstigere Einsteigermodelle in knalligen Farben könnten vielleicht die Zielgruppen ausweiten, doch dann besteht die Gefahr, Firmenkunden zu vergraulen. Eine radikale Änderung der Strategie (Android-System? Totale Konzentration auf Firmenkunden?) scheint unausweichlich. Um das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, müsste aber zunächst der Tunnelblick aufgegeben werden....

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