BlackBerry prüft nun offiziell den eigenen Verkauf

BlackBerry prüft nun offiziell den eigenen Verkauf

BlackBerry war einst neben Nokia Handy-Platzhirsch und bei der Email-Abfrage via Handys sogar führend. Der Siegeszug von Apples iPhone und dem Betriebssystem Android von Google, das auf Samsungs Galaxy-Geräten läuft, hat die Kanadier aber dramatisch zurückgeworfen. Nun sucht das Unternehmen nach Möglichkeiten um wieder an alte Erfolge anknüpfen zu können.

Auch ein Verkauf wird dabei nicht ausgeschlossen. Ein Sonderkomitee werde prüfen, wie das Unternehmen erfolgreich sein könne, teilte der vom Deutschen Thorsten Heins geführte Konzern am Montag mit.

Der Börsenwert von BlackBerry ist binnen fünf Jahren von 84 auf fünf Milliarden Dollar eingebrochen. Reuters hatte am Freitag von Insidern erfahren, dass der Konzern deswegen den Rückzug von der Börse erwägt, um das Unternehmen in Ruhe zu sanieren.

Die Anleger reagierten positiv auf die Gedankenspiele: BlackBerry-Aktien verteuerten sich am Montag zu Handelsbeginn um 4,5 Prozent.

Ähnliche Probleme wie Nokia

Das Sonderkomitee solle prüfen, ob BlackBerry per Joint Venture, strategischer Partnerschaft oder mit anderen Allianzen vorankommen könne, hieß es. Auch ein Verkauf oder andere mögliche Transaktionen seien denkbar. Das Unternehmen findet seit längerem keine Antwort darauf, wie es schnell Marktanteile zurückgewinnen kann. Zusätzlich sorgten zuletzt Verzögerungen bei der Einführung des wichtigen Modells "BlackBerry 10", Probleme im Management, andauernde Quartalsverluste und ein Stellenbau für schlechte Stimmung.

Zum Jahreswechsel 2012/13 hatte das Unternehmen zwar dank Kostensenkungen überraschend schwarze Zahlen geschrieben. Doch erwies sich das im weiteren Verlauf als Strohfeuer, im abgelaufenen Quartal stand erneut ein Verlust zu Buche. Analysten fragen sich, ob BlackBerry - ähnlich wie Nokia - die Wende zum Besseren noch schaffen kann. Auch nach der Erklärung vom Montag bleiben Experten skeptisch: "Wir können uns nicht vorstellen, dass es irgendwelche Änderungen gibt, die BlackBerry helfen könnten, den drastischen Verlust an Marktanteilen oder den Umsatzverfall bei Dienstleistungen rückgängig zu machen", sagte Tim Long, Analyst bei BMO Capital Markets.

Vorbild Dell

Am Freitag hatte es nach dem Reuters-Bericht über einen möglichen Rückzug von der Börse bei Analysten noch geheißen, ohne Druck der Aktionäre dürfte es für den Ex-Siemens-Manager Heins und das übrige Management leichter sein, den Konzern einer Rosskur zu unterziehen. Das ist auch ein Grund, warum beim PC-Hersteller Dell Firmengründer Michael Dell diesen Weg einschlagen will und eine rund 25 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte vorgelegt hat.

Im Gegensatz zu Dell ist bei BlackBerry aber noch offen, ob ein Investor zu einem milliardenschweren Aufkauf der Aktien bereit wäre. Gleichwohl sieht sich BlackBerry in einer guten Position. Es gebe ausgezeichnete Perspektiven für das "BlackBerry 10", der Konzern verfüge über exzellente Technologien und habe eine starke Bilanz, hieß es. BlackBerry lässt sich bei seiner Suche von der US-Großbank JP Morgan beraten.

Um BlackBerry hatte es in der Vergangenheit immer wieder Übernahmegerüchte gegeben. Unter anderem hatte der chinesische PC-Hersteller Lenovo das Unternehmen umgarnt. Das kanadische Patent- und Wettbewerbsrecht setzt einem Kauf durch ausländische Unternehmen aber hohe Hürden. Heins hatte stets betont, BlackBerry könne es alleine schaffen und benötige einfach nur mehr Zeit.

Allerdings hatte er bereits im Januar gesagt, auch der Verkauf der Hardware-Produktion oder die Lizenzierung der Software seien Optionen. Allianzen schloss er nicht aus. Insidern zufolge gibt es dazu Gespräche mit dem Finanzinvestor Silver Lake. Dieser ist kein Unbekannter. Silver Lake spielt auch eine wesentliche Rolle bei Dell, weshalb es Spekulationen über Pläne für eine Allianz der beiden bei mobilen Geräten gibt.

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