Android dominiert Smartphone-Boom in Entwicklungsländern

Android dominiert Smartphone-Boom in Entwicklungsländern

Günstige Modelle machen Google´s Android-Betriebssystem zum großen Gewinner des Smartphone-Booms in Entwicklungsländern. Weiterhin schnell bergab geht es hingegen für den notleidenden Smartphone-Pionier Blackberry.

Der Eintritt der Entwicklungsländer in die Smartphone-Ära zementiert die Dominanz des Google-Betriebssystems Android. Computer-Telefone auf Basis der Android-Plattform kamen im Weihnachtsquartal immer noch auf einen Marktanteil von über 78 Prozent, obwohl Apple mit neuen Modellen so viele iPhones verkaufte wie noch nie.

"Android ist derzeit die einzige Plattform, mit der man in Entwicklungsländern in großer Zahl günstige Geräte anbieten kann", sagte Analyst Anshul Gupta vom Marktforscher Gartner der dpa am Donnerstag. Google profitiert allerdings nicht von jedem Android-Smartphone. So haben etliche Hersteller in China Android-Geräte ohne die Dienste von Google wie den Play Store, Google Maps oder GMail auf den Markt gebracht.

Apple konnte mit den beiden neuen iPhone-Modellen zugleich sein Gewicht im Smartphone-Markt merklich steigern. Der Konzern kam im vierten Quartal mit 51 Millionen verkauften Geräten laut Marktforschern auf einen Anteil von knapp 18 Prozent. In den drei Monaten davor war Apple vor dem Start der neuen Modelle noch auf 12 bis 13 Prozent abgerutscht. Vor allem das teurere iPhone 5s habe sich gut verkauft, sagte Gartner-Analyst Gupta. Beim günstigeren Modell 5c sei dagegen der Preisabstand zum Spitzengeräte zu gering gewesen, um es für Entwicklungsländer attraktiv zu machen. Dort habe Apple das ältere Modell iPhone 4S verkaufen können und inzwischen werde in mehreren Ländern auch das fast vier Jahre alte iPhone 4 wieder angeboten.

Verluste für Windows und Blackberry

Die Microsoft-Plattform Windows Phone gab demnach wieder etwas nach: Nach Berechnungen des Marktforschers IDC rutschte der Marktanteil von 3,6 auf 3,0 Prozent ab. Windows Phone läuft derzeit nur auf einigen eher hochpreisigen Chips, was den Spielraum für günstige Geräte senkt. Deshalb will der Microsoft-Partner Nokia, der gerade vom Windows-Konzern übernommen wird, nach Informationen des "Wall Street Journal" demnächst auch Telefone mit Android verkaufen.

Weiterhin schnell bergab ging es für den notleidenden Smartphone-Pionier Blackberry, der laut IDC binnen drei Monaten von 1,7 auf nur noch 0,6 Prozent Marktanteil zurückfiel. Blackberry setzt für die Zukunft auf die immer noch starke Position im Unternehmensmarkt. Angesichts des Trends, Mitarbeitern die Nutzung eigener Geräte zu erlauben, könnte diese Rechnung jedoch auch nicht aufgehen, sagte Analyst Gupta.

Android lag nach IDC-Zahlen zuletzt bei 78,1 Prozent nach 81 Prozent im Vorquartal. Gartner errechnete 78,6 Prozent nach knapp 82 Prozent in den drei Monaten davor. Samsung blieb der größte Smartphone-Anbieter, der Marktanteil lag laut Gartner mit 83,3 Millionen verkauften Geräten bei 29,5 Prozent. Damit konnten die neuen iPhones dem Marktführer einige Prozentpunkte abjagen. Bereits Ende des Monats könnte aber mit dem Galaxy S5 das neue Spitzenmodell von Samsung vorgestellt werden.

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