A1 hat technische Not mit abtrünnigen Kunden

A1 hat technische Not mit abtrünnigen Kunden

Österreichs Markführer A1 laufen nach der Tariferhöhung mehr Kunden davon, als es die Technik erlaubt. Zu Zahlen, wie viel Kunden A1 den Rücken kehren, hält sich das Unternehmen bedeckt. Die technischen Probleme räumt man ein.

Wien. Man halt sich bedeckt bei A1, wie viele Kunden nach der Tariferhöhung zur Konkurrenz wechseln wollen. Eines ist sicher: Wer A1 den Rücken kehrt, braucht richtig Zeit. Und zwar mehr, als die Verordnung zur Mitnahme der Rufnummer zur Konkurrenz vorsieht. Binnen vier Tage soll der Betreiberwechsel eigentlich unter Dach und Fach sein. Wer A1 nun den Rücken kehrt, muss wesentlich mehr Zeit einkalkulieren.

Ein Grund: Viele A1-Kunden machen derzeit Gebrauch vom Sonderkündigungsrechtes wegen Tarifänderung. Und A1 hat damit "technische Probleme", wie vom Marktführer eingeräumt wird. Von Massenabwanderung könne nicht die Rede sein. Es sei aktuell der erste von mehreren Kündigungsstichtagen. Heißt im Klartext: A1 hat mehr abwanderungswillige Kunden, als es die Technik offenbar erlaubt. Ein Lokaltermin vor Ort bestätigt, dass die Mitarbeiter in den Geschäften ihre liebe Not haben, einen Termin für die Portierung zu nennen.

"Wir arbeiten mit Hochdruck an der Behebung der technischen Probleme", beschwichtigt A1-Sprecherin Livia Dandrea-Böhm im Gespräch mit der APA. Sie bittet um Geduld. Die Nummer gehe nicht jedenfalls verloren, wenn der Noch-A1-Kunde seine Rufnummer zur Konkurrenz mitnehmen will.

Sollte die Mitnahme der bisherigen Rufnummer nicht rechtzeitig, also binnen maximal vier Tagen (drei für die Abmeldung beim bisherigen Anbieter, ein Tag beim neuen Betreiber), klappen, werde die Nummer weiterhin in Betrieb bleiben. Der Kunde erhält für diese Zeit von A1 eine Prepaid-SIM-Karte. Bedeckt hält man sich zur Zahl der wechselwilligen Kunden bei T-Mobile und Hutchison Drei Austria ("3"), die die Zahlen der Wechsler von A1 freilich einsehen können. Via Internet können die drei Netzbetreiber jederzeit feststellen, wie viele Kunden gerade mit der alten Rufnummer im Talon zur Konkurrenz wechseln. T-Mobile und "3" versichern, dass sie derzeit keine technischen Probleme mit der Rufnummerportierung hätten.

Von September 2013 bis Dezember 2013 lauft jüngstem Telekom-Report 1/2014 , herausgegeben von der Telekom-Regulierungsbehörde die Tarife der Intensivnutzer (sogenannte "High- und Power-User") um 10,0 Prozent bzw. 10,7 Prozent gestiegen. Wenignutzer ("Low-User") mußten eine Preissteigerung von 9,1 Prozent hinnehmen. Die Tariferhöhungen beim "Medium-User" betrugen 6,6 Prozent.

Die Marktanteile verteilen sich im Mobilfunk per 30. September 2013 (letzte offizelle Zahlen!) wie folgt auf die drei Anbieter: A1 hält bei 43,4 Prozent (minus 0,8 Prozentpunkten auf 5,74 Millionen Kunden), plus 0,1 Prozentpunkte hat T-Mobile hält bei 31 Prozent (plus 0,1 Prozent und 4,09 Millionen Nutzer. "3" hat 25,6 Porzent Marktanteil und legte um 0,7 Prozentpunkte auf 3,38 Millionen Kunden zu.

Nachdem im Vorjahr es zu kaum Verschiebungen gekommen war, könnte der Markt im 2. Quartal 2014 sowie mit der Verbreitung der neuen Mobilfunkgeneration LTE wieder in Bewegung kommen.

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