Michael Dell droht sein Lebenswerk zu entgleiten

Michael Dell droht sein Lebenswerk zu entgleiten

Der Computerhersteller Dell ist heftig umworben, doch ausgerechnet Gründer Michael Dell hat derzeit die geringsten Chancen auf eine Übernahme. Sein Lebenswerk entgleitet ihm.

Der Kampf um den schwächelnden Computer-Hersteller Dell verschärft sich: Konzern-Chef Michael Dell gerät mit seinen Übernahmeplänen zunehmend in die Defensive. Die beiden mit dem Firmengründer konkurrierenden Bieter erwägen mittlerweile eine Allianz. Der als aggressiver Firmenkäufer bekannte Großinvestor Carl Icahn führte nach eigenen Angaben von Montagabend dazu bereits erste Gespräche mit der ebenfalls interessierten Beteiligungsgesellschaft Blackstone. Michael Dell, der rund 16 Prozent an dem Konzern hält, will diesen gemeinsam mit dem Finanzinvestor Silver Lake für 24,4 Milliarden Dollar übernehmen und abseits der Börse umbauen.

Die einzelnen Gebote von Icahn und Blackstone sind - zumindest auf dem Papier - höher als das des Firmengründers. Icahn machte deutlich, er und auch Blackstone böten Großaktionären zudem das, was sie am meisten wollten: Nämlich nach einer Übernahme immer noch einen Anteil an einem börsennotierten Unternehmen zu besitzen. Dell-Investoren betonten bereits, dass sie dies für eine attraktive Perspektive halten.

Dell will Sanierung ohne Druck

Michael Dell hingegen will den Weltmarktdritten nach einer Komplettübernahme von der Börse nehmen und ohne Druck des Finanzmarktes sanieren. Diesen Plan sieht er nun in Gefahr. Nach Auskunft zweier Personen aus seinem Umfeld befürchtet Michael Dell im Falle einer Übernahme durch Blackstone eine Aufspaltung des Konzerns. Wie aus mit der Situation vertrauten Kreisen zudem verlautete, will sich Michael Dell daher mit Blackstone treffen, um über die Gegenofferte des Finanzinvestors zu sprechen.

Dell, Silver Lake und Blackstone lehnten Stellungnahmen ab.

Noch Anfang des Jahrtausends stand Dell für Innovation in der Branche. Mit seinem Onlinevertrieb für PCs, die dank enger Zusammenarbeit mit Zulieferern aus Asien zu Tiefstpreisen angeboten wurden, wurde das Unternehmen zu einem Vorreiter in diesem Bereich. Weil das klassische Geschäft wegen Tablet-PCs und Smartphones aber schrumpft, soll der Servicebereich gestärkt werden. Diesen Weg ist der ehemalige Rivale IBM bereits entschlossener gegangen. IBM verkaufte das Computergeschäft an den chinesischen Konkurrenten Lenovo und wandelte sich zum IT-Dienstleistungskonzern.

Nokia Zentrale in Espoo, Finnland

Wirtschaft

Nokias Auferstehung: Finnen beleben Handy-Marke wieder

Technik

Apple knickt ein: Weg frei für iPhone-Entsperrung

Technik

Und Action: GoPro kauft zwei Video-Apps