Uber vor Aufstieg in den 10-Milliarden-Dollar-Klub

Uber vor Aufstieg in den 10-Milliarden-Dollar-Klub

Das Startup aus San Francisco, das eine Handy-Anwendung zur Personenbeförderung anbietet, befindet sich nach Informationen von Bloomberg News in Gesprächen zu einer neuen Finanzierungsrunde. Dabei könne das Unternehmen mit mehr als 10 Mrd. Dollar bewertet werden. Im vergangenen Jahr lag der Wert erst bei 3,5 Mrd. Dollar.

Im Detail will Uber den Angaben zufolge weniger als 1 Mrd. Dollar von neuen Private-Equity-Investoren einsammeln. Umfang der Runde und Bewertung ändern sich aber möglicherweise noch, wie es weiter hieß. Ein Vertreter von Uber wollte auf Nachfrage keinen Kommentar abgeben.

Sollte die Finanzierungsrunde wirklich kommen, würde Uber in den Klub anderer nicht-börsennotierten Firmen aufsteigen, die eine Bewertung im 11-stelligen Bereich erreichen. Airbnb Inc., eine Vermittlung von Privatzimmern im Internet, und der Online-Speicherdienst Dropbox Inc. schafften bei Finanzierungsrunden eine Bewertung von 10 Mrd. Dollar.

Tech-Blase?

Die Median-Marktkapitalisierung von Technologiefirmen im Standard & Poor’s 500 Index liegt bei rund 16 Mrd. Dollar, wie Daten von Bloomberg News zeigen. Die jüngsten hohen Bewertungen von Startups haben die Debatte neu entfacht, ob sich das Silicon Valley in einer weiteren Blase befindet. Zwar gibt es weniger Technologie-IPOs als in der Dot-Com-Blase Ende der 1990 Jahre. Doch das Volumen der Venture-Capital-Finanzierungen hat im ersten Quartal die Marke von 10 Mrd. Dollar erreicht - das ist die höchste Summe seit dem zweiten Quartal 2001, belegen Daten des Marktforschers CB Insights.

Laut der Anwaltskanzlei Fenwick & West haben die Startup- Finanzierungsrunden im ersten Quartal zudem den höchsten Median- Bewertungsanstieg seit 2004 verzeichnet.

Den informierten Kreisen zufolge will Uber das Geld nutzen, um das Wachstum und das laufende Geschäft zu stützen. Vor kurzem hatte das Unternehmen Cameron Poetzscher von Goldman Sachs Group Inc. angestellt, damit dieser die Firmenentwicklung leitet. Der Manager kam im März an Bord und war zuvor Managing Director in der Kauf- und Fusionsberatung bei der Bank in San Francisco, zeigt sein Profil bei LinkedIn Corp.

Gegründet wurde Uber von Travis Kalanick und Garrett Camp im Jahr 2009. Damals konnten sie während einer Reise in Paris kein Taxi erwischen. Bislang haben sie 307,5 Mio. Dollar von Investoren wie Benchmark, TPG Capital und Google Ventures eingesammelt. Das Unternehmen ist weltweit in 115 Städten aktiv und beschäftigt 900 Personen. Von den Fahrern verlangt Uber eine Kommission von 20 Prozent.

“Unsere Vision ist es, ein Technologie-Unternehmen aufzubauen, das Transport und Logistik in städtischen Zentren in aller Welt verändert. Und diese Finanzierungen geben uns den Treibstoff, dies Realität werden zu lassen”, schreib CEO Kalanick in einem Blog-Eintrag.

Das Unternehmen bietet seinen Kunden unterschiedliche Fahrzeugklassen an - darunter auch Luxuswagen oder billigere Autos. In Manhattan hat Uber zudem vor kurzem einen Kurier- Dienst gestartet, der möglicherweise in der Zukunft auch auf andere Märkte ausgeweitet wird.

Seit der Gründung sah sich Uber einer ganzen Reihe von Herausforderungen ausgesetzt.

Konkurrent Lyft Inc. beispielsweise konnte im April 250 Mio. Dollar einsammeln. Die Firma erhöhte die Anzahl der bedienten Märkte um zwei Drittel auf 60 US-Städte. Da Lyft auf einem Geldberg sitzt, konnte es die Preise senken - was zu einem Preiskrieg mit Uber führte.

Zudem muss sich Uber mit aufsichtsrechtlichen Themen auseinandersetzen, vor allem im Bereich Sicherheit. Klassische Taxifahrer in den USA und weltweit betreiben Lobby-Arbeit gegen das Unternehmen. In London beispielsweise wollen Taxifahrer im kommenden Monat einen 10.000 Taxis umfassenden Protest starten - nach ähnlichen Aktionen anderswo in Europa. In Berlin wurde die Bereitstellung von Taxi-Diensten über die Uber-Smartphone- Software im vergangenen Monat gerichtlich untersagt.

Wirtschaft

Mateschitz und Benko checken bei Checkrobin ein

Technik

Twitter verschärft Regeln gegen Hetze und Gewaltandrohungen

Wirtschaft

Druck auf Booking.com wegen Preisklauseln