Twitter: Geheimnisse durch IPO enthüllt

Twitter: Geheimnisse durch IPO enthüllt

In den vergangenen Jahren sickerte kaum etwas über das Geschäft von Twitter durch, jetzt ist der Börsenprospekt eine wahre Fundgrube für interne Informationen.

Einige Highlights daraus:

- Twitter hat noch nie Gewinn gemacht. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres lief ein Verlust von 69,2 Millionen Dollar (50,9 Mio. Euro) auf. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 79,4 Millionen und 2011 sogar 164 Mio. Dollar. Zur Jahresmitte hatte das Unternehmen noch gut 160 Mio. Dollar auf der hohen Kante.

- Twitter hatte bis vor drei Jahren noch kein Werbegeschäft. Die Gründer verzichteten in der Anfangszeit bewusst auf Anzeigen, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Im Frühjahr 2010 starteten erste Versuche mit Werbung zwischen den Tweets, Twitter nahm in dem Jahr nur gut 7 Mio. Dollar mit Anzeigen ein. Im ersten Halbjahr 2013 erreichten die Werbeerlöse bereits 221 Mio. Dollar.

- Twitter ist für die mobile Ära gerüstet. Rund 65 Prozent der Werbeerlöse werden auf iPhones und iPads von Apple oder Smartphones und Tablets mit dem Google-System Android erwirtschaftet. Insgesamt hat Twitter rund 215 Millionen Nutzer pro Monat, rund 100 Millionen Menschen greifen auf den Dienst täglich zu.

- Twitter versucht nicht, den Einfluss der Gründer durch eine Aktienstruktur mit zwei Klassen zu sichern. Andere Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook haben bei ihren Börsengängen den Investoren Papiere angeboten, die weniger Stimmrechte haben als die Aktien von Gründern und Spitzen-Managern. Bei Twitter sind alle Anteilseigner gleich, die Ausgabe von Vorzugsaktien ist nur als Möglichkeit für die Zukunft vorgesehen.

- Twitter-Chef Dick Costolo wird jetzt vor allem mit Aktien bezahlt. Seit August bekommt er nur noch ein Jahresgehalt von 14.000 Dollar statt bisher 200.000 Dollar. Dafür wurden ihm allein 2012 Aktien und Optionen im geschätzten Wert von über 11 Mio. Dollar zugeteilt. Mit dem Börsengang könnten die Anteile noch deutlich wertvoller werden.

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