Salzburg Netz kauft Smart Meter-IT bei Ericsson

Salzburg Netz kauft Smart Meter-IT bei Ericsson

Der Stromzähler soll künftig eine Intelligenz bekommen, die nicht nur eine Fernabfrage möglich macht.

Einen Millionenauftrag hat Salzburg Netz an den schwedischen Telekomausrüster Ericsson vergeben. Der weltgrößte Telekomausrüster liefert für den Salzburger Energieversorger Informationstechnologie (IT), die für die Steuerung der intelligenten Stromzähler - im Jargon Smart Meter genannt - betrieben werden kann.

Salzburg/Wien. Bis zum Jahr 2019 will Salzburg Netz in Salzburg-Stadt und im Bundesland Salzburg 470.000 Smart Meters in Haushalten installiert haben. Die dafür notwendige IT liefert der Telekomausrüster Ericsson.

Der Auftrag soll gestreckt auf mehrere Jahre hinweg ein zweistelliger Millionenbetrag ausmachen, heißt es laut informierten Kreisen. Im Jahr 2016 soll nach einer zweiten Ausschreibung der Auftrag für die Lieferung der Smart Meter erfolgen.

Ericsson liefert für den Salzburger Energieversorger das sogenannte IT-Backend System für die Smart Meter-Lösung, die bereits in die IT-Umgebung des Netzbetreibers integriert wird, wie es lauft Aussendung am Dienstag heißt.

Weltweit über 42 Millionen intelligente Stromzähler laufen bereits über IT-Systeme, die von dem weltweit größten Telekomausrüster entwickelt, betrieben oder gewartet werden, etwa in Italien, Schweden, Norwegen, Finnland und Estland.

Für die Telekomausrüster ist Smart Meter ein relativ neues Geschäft zu der Lieferung von Telekominfrastruktur für Mobilfun, Festnetz oder TV-Kommunikation. die Vernetzung von industriellen Anwendungen - im Fachsprech Industrie 4.0 genannt - soll künftig über Telekomnetze erfolgen.

In Österreich gibt es derzeit in drei Bundesländern Ausschreibungen zu Smart Meter-Lösungen, um die sich die weltgrößten Telekomausrüster sowie lokale Telekomanbieter bewerben.

Bei Datenschützern sind die Stromzähler umstritten, weil über Smart Meter der Kunde total überwacht werden kann. Im für den Betreiber optimalen Mal können die Daten im Viertelstundentakt die Verbrauchsdaten an den Betreiber verschickt werden. Die Kritik: Die Netzbetreiber erfahren mehr über die Lebensgewohnheiten der Konsumenten, als denen recht sein kann. Datenschützer verlangen daher, dass nur Monatsdaten, Informationen für die Jahresendabrechnung oder beim Eigentümerwechsel oder Versorgerwechsel abgelesen werden soll.

Bis zum Jahr 2020 müssen die EU-Staaten 80 Prozent aller Haushalte auf die intelligenten Stromzähler umgestellt haben, so die Vorgabe der EU. In Österreich wird das Einsparpotenzial für einen Haushalt auf 30 bis 50 Euro pro Jahr geschätzt, was drei bis vier Prozent der gesamten Stromkosten ausmacht.

Doch nicht nur Energieversorger sehen Smart Meter als neues Geschäft. Auch Wasser- und Gasversorger sehen Vorteile infolge der Umstellung auf "intelligente" Fernablesungssystemen.

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