Online-Partnerbörsen: Liebe aus dem Internet

Online-Partnerbörsen: Liebe aus dem Internet

Hummeln im Bauch, Herzklopfen und romantische Stunden. Im Frühling, wenn die Natur wieder zum Leben erwacht, suchen viele auch wieder eine neue Liebe. Fast jede zweite Beziehung beginnt mittlerweile im Internet. Online-Partnerbörsen sind die Profis unter den Verkupplern. Den perfekten Partner oder die ideale Partnerin zu finden ist dort jedoch genauso schwer wie im normalen Leben.

Zum Frühlingsbeginn, wenn die Liebe wieder überall zu sein scheint, suchen besonders viele ihr Glück im Internet. Online-Partnerbörsen werden damit, den perfekten Partner finden zu können. Eine schöne Aussicht, doch das Versprechen kann einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge nicht gehalten werden.

Grundsätzlich setzt das Gros der Singlebörsen auf die Selbstdarstellung der Nutzer in Form von Profilen. Dort können Beziehungssuchende nicht nur Bilder hochladen, sondern auch Auskunft über ihre Weltanschauung, ihren Beruf, Lebensstil oder Lieblingsmahlzeiten geben.

Das Angebot an Dating-Seiten ist mittlerweile schier unüberschaubar und umfasst ein breites Spektrum an Portalen mit sehr unterschiedlichen Zielgruppen. Grundsätzlich lassen sich bei den Plattformen einerseits Single- und andererseits reine Kontaktbörsen unterscheiden. Erstere setzen ihrer Ausrichtung nach vor allem auf die Vermittlung von langfristigen Beziehungen, letztere versprechen eher ungezwungene Kontakte oder gar den schnellen Seitensprung.

Singlebörsen mit wissenschaftlichem Anstrich

Aufseiten der Singlebörsen stellt sich etwa die Seite Elite Partner als Plattform „für Akademiker und besonders gebildete Singles“ vor und wirbt mit einem „wissenschaftlichen Persönlichkeitstest“. Danach werden in "Sekundenschnelle" die gemeinsamen Matchingpunkte ermittelt, die angeben, welche Singles am besten zueinander passen. Über 300.000 Österreicher sind nach eigenen Angaben auf der Website registriert.


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Auch Konkurrent Parship setzt in seiner Werbelinie auf Wissenschaftlichkeit. Die Seite bewirbt ihr selbstbetiteltes „Parship-Prinzip“, das verspricht, mittels Online-Tests entscheidende Facetten einer Persönlichkeit zu ermitteln. Auf Grundlage von 74 indirekten Fragen sollen partnerschaftsrelevante Persönlichkeitsmerkmale erstellt werden. Charakterzüge, Lebensgewohnheiten und Interessen spielen hier eine große Rolle. Danach wird ein passender Partner gesucht. Parship ist die größte Online-Partnervermittlung, derzeit sind rund 500.000 Mitglieder in Österreich registriert.


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Ein weiterer Mitbewerber im Segment ist eDarling . Auch hier lauten die Werbeversprechen ähnlich. Mithilfe eines „wissenschaftlich fundierten Fragebogens“ verheißt die Website, genau jene Singles vorzuschlagen, „die perfekt zu Ihnen passen“. 200.000 Österreicher probierten es bereits, hier einen Partner zu finden.


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Der Wissenschaftliche Realitätscheck kann den Wahrheitsgehalt solcher vollmundigen Werbeversprechen freilich nicht lückenlos bestätigen. Eine im Fachblatt „Psychological Science in the Public Interest“ veröffentlichte Studie zweier US-Psychologen kam zum Schluss, dass die angewandten mathematischen Algorithmen der Anbieter nicht hinreichend geeignet sind, die Qualität oder gar Beständigkeit einer Beziehung vorherzusagen.

Kontaktbörsen für den schnellen Sex

In eine inhaltlich andere Kerbe schlagen viele der im Netz ebenfalls inflationär auftauchenden Kontaktbörsen. Seiten wie Friendscout24 , Neu.at oder Singles.at setzen eher auf lockere Flirts und flottes Kennenlernen. Ob Flirten, Daten, erotische Beziehung oder die Suche nach Lebenspartnern, Friendscout sieht sich als Full-Service-Anbieter für alle Beziehungsbedürfnisse. Seit 2004 haben sich rund 900.000 Österreicher auf der Plattform registriert, jeden Monat sind rund 150.000 Mitglieder aktiv.


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Einige weitere Anbieter werben ganz direkt mit schnellem Sex oder setzen auf das gezielte Vermitteln von Seitensprüngen. "Hat Ihre Beziehung die knisternde Spannung verloren? Dann kann Casual Dating auch für Paare eine interessante Option sein. Ein Abenteuer belebt Ihre Partnerschaft in einer ganz neuen Art und Weise und ermöglicht so Ihre bisherige Beziehung zu bereichern" ist etwa auf der Website von C-Date zu lesen.


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Manche Anbieter von Flirt- oder Sex-Vermittlung arbeiten allerdings auch mit unseriösen Methoden. Neben problematischen Konstruktionen wie Probe-Abos, die nach Ablauf in kostspielige Jahres-Abonnements übergehen, setzen einige Portale auch auf Lockangebote mit falschen Profilen. So bleibt auch im digitalen Zeitalter ein Vorteil des klassischen Gesprächs an der Bar: Die Gewissheit, dass hinter dem freundlichen Gesicht gegenüber mit Sicherheit ein echter Mensch mit einem kommuniziert.

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