"New York Times" von syrischen Hackern lahmgelegt

"New York Times" von syrischen Hackern lahmgelegt

Die Hackergruppe Syrische Elektronische Armee (SEA) übernahm für den Hacker-Angriff auf die "New York Times" in der Zwischenzeit bereits die Verantwortung. Es gehe darum, Organisationen zu treffen, die Assad feindlich gesinnt seien. Neben der "New York Times" waren auch der Kurznachrichten-Dienst Twitter sowie das Online-Medium "Huffington Post" betroffen. Die USA erwägen derzeit einen Militärschlag gegen die syrische Regierung, um den Einsatz von Chemiewaffen zu strafen.

Die Hacker übernahmen zwischenzeitlich die Kontrolle über das australische Internetunternehmen Melbourne IT, das viele Domains internationaler Unternehmen wie beispielsweise microsoft.com und yahoo.com aber eben auch twitter.com und NYTimes verwaltet. Hauptopfer des Angriffs war die "New York Times", die online stundenlang nicht mehr erreichbar war. Dies geschah bereits der zweite Mal innerhalb von zwei Wochen, allerdings waren beim ersten Mal Wartungsarbeiten verantwortlich. Eine Sprecherin der US-Zeitung erklärte über Twitter, das Problem gehe vermutlich "auf einen bösartigen Angriff von außen" zurück. Twitter selbst teilte mit, zwar für rund 90 Minuten Probleme mit der Erreichbarkeit gehabt zu haben, aber dass keine Informationen gehackt wurden. Bei der "Huffington Post" war nur die Blogging-Plattform betroffen.

Laut Sicherheitsexperten wurden Besucher der Internetseite der "New York Times" auf einen Server umgeleitet, der von der SEA kontrolliert wurde. Die Gruppe war bereits Mitte August dafür verantwortlich, dass die Internetseiten von CNN, "Time" und "Washington Post" kurzzeitig unzugänglich waren beziehungsweise Nutzer auf eine Seite umgeleitet wurden, auf der es hieß "Gehackt durch SEA".

Melbourne IT: Ziemlich ausgeklügelter Angriff

Das betroffene Unternehmen Melbourne IT führte die Hackeraktion auf einen indischen Service-Anbieter zurück, bei dem zwei Angestellte Schadprogramme über eine gefälschte Email öffneten. Melbourne-IT-Chef Theo Hnarakis sagte zu Reuters: "Dies war ein ziemlich ausgeklügelter Angriff." Ziel sei es gewesen, für möglichst viel Wirbel zu sorgen. Es sei auch versucht worden, andere Medienanbieter zu hacken. Dies sei allerdings nicht erfolgreich gewesen.

Laut Melbourne IT sind nun alle Schäden behoben und Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, um ein erneutes Eindringen von Hackern zu verhindern. Analyst HD Moore von der Cybersicherheitsfirma Rapid7 betonte, dass man letztlich noch Glück hatte. "Dies hätte einer der größten Angriffe werden können, den wir jemals erlebt haben, wenn die Hacker subtiler und effizienter vorgegangen wären." Seit 2011 stehen Medienunternehmen verstärkt im Fokus von Hackern. Angriffe kamen bisher aus China und dem Nahen Osten.

Der Medienkonzern Dow Jones versuchte unterdessen Kapital aus den Hackeraktionen zu schlagen und neue Kunden anzulocken. Dow-Jones-Chef Lex Fenwick kündigte über Twitter an, das NYT-Konkurrenzblatt "Wall Street Journal" werde für einige Stunden für alle kostenlos online zugänglich sein.

Wirtschaft

Mateschitz und Benko checken bei Checkrobin ein

Technik

Twitter verschärft Regeln gegen Hetze und Gewaltandrohungen

Wirtschaft

Druck auf Booking.com wegen Preisklauseln