Nach Tumblr hat Yahoo nun Hulu im Visier

Nach Tumblr hat Yahoo nun Hulu im Visier

Der Internet-Pionier Yahoo, der seine einstige Stärke verloren hat, habe ein Gebot für das Videoportal Hulu abgegeben, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die seit Juli 2012 amtierende Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die von Google abgeworben wurde, versucht mit Übernahmen wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Auf diese Art können verpasste Trends am schnellsten korrigiert werden. Allerdings sind Zukäufe oft sehr teuer und immer auch mit Risiken verbunden. Yahoo hat zudem viele Deals in den vergangenen Jahren in den Sand gesetzt.

Hulu ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Medienkonzerne News Corp und Walt Disney. Der Video-Dienst hat vier Millionen Nutzer und machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 700 Millionen Dollar. Um das fünf Jahre alte Portal, das mit Netflix konkurriert, könnte jetzt ein Bieterwettkampf entstehen. Yahoo ist zwar noch eine der beliebtesten Webseiten im Netz, aber immer mehr Nutzer und Werbekunden wandern zu Google und Facebook ab. Der Konzern sucht deswegen nach Alternativen, mehr Menschen anzulocken und damit die Werbe-Einnahmen zu steigern.

Wie viel Geld Yahoo für Hulu bietet, ist nicht bekannt. Insidern zufolge haben derzeit mindestens fünf Unternehmen Interesse, darunter Time Warner, DirecTV, der frühere Präsident von News Corp, Peter Chernin, und Guggenheim Digital Media. Chernin soll den Informationen zufolge mindestens 500 Millionen Dollar geboten haben. Hinzu käme weiteres Geld für die Schulden von Hulu und andere Verpflichtungen. In anderen verhandlungsnahen Kreisen hieß es, das sei aber zu wenig. Hulu sei eher ein bis zwei Milliarden Dollar wert. Alle vorliegenden Offerten seien noch unverbindlich.

Das Geld sitzt locker

Erst vergangenen Montag hatte Yahoo mitgeteilt, die Blogging-Plattform Tumblr für 1,1 Milliarden Dollar in bar zu kaufen. Es ist größte Übernahme seit Mayer das Ruder bei Yahoo übernommen hat. Laut Analysten ist das sehr teuer, womöglich zu teuer. Denn Tumblr hat bislang kaum Umsätze, wohl aber ein sehr gut besuchtes Portal. Hier können Nutzer Texte, Bilder, Zitate, Links sowie Video- und Audio-Dateien in einem Blog veröffentlichen. Mit Tumblr erhält Yahoo schlagartig Zugriff auf Millionen junge Internet-Nutzer und erhofft sich davon höhere Werbe-Einnahmen. Denn die sozialen Netzwerke dominieren bislang andere Unternehmen wie Facebook und Twitter.

Um wieder an alte Erfolge anzuknüpfen, braucht Yahoo laut Firmenchefin Mayer dringend eine Frischzellenkur. Die Devise lautet daher: Die eigenen Seiten neu gestalten und Start-Ups hinzukaufen. Doch Hinweise auf eine baldige Besserung der Geschäftslage sind nicht in Sicht. Mayer spricht gerne von einem langfristigen Projekt. In der zweiten Jahreshälfte soll es zumindest erste Anzeichen geben. Im ersten Quartal 2013 stagnierte der Umsatz noch und blieb hinter den Markterwartungen zurück. Enttäuschend fielen auch die Werbe-Einnahmen aus.

Yahoo hat sich zudem in der Vergangenheit immer wieder eine blutige Nase mit großen Übernahmen geholt. So wurde 1999 für mehr als vier Milliarden Dollar Geocities gekauft, damals einer der größten Dienste im Netz. Ein Jahrzehnt später musste man den Stecker ziehen. Doch es gibt auch positive Beispiele. So hält Yahoo rund 24 Prozent der Anteile an Chinas größtem Internet-Händler Alibaba. Hier wird bald mit einem Börsengang gerechnet - für Yahoo eine Möglichkeit, Kasse zu machen.

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