Löschung von Google-Ergebnissen: Nur gegen staatlichen Ausweis

Löschung von Google-Ergebnissen: Nur gegen staatlichen Ausweis

Über ein Formular können besorgte Bürger gewisse Google-Suchergebnisse löschen lassen. Dazu ist ein staatlicher Ausweis erforderlich. Vertritt man eine Person, so möchte der Konzern mehr über die Beziehung zu diesem Menschen wissen.

Wie bereits zuvor von Format.at berichtet, muss Google nach einem EUGH-Urteil auf Wunsch der Bürger bestimmte Einträge löschen.

Um die Löschung zu beantragen, müssen Nutzer ein Formular ausfüllen, das unter diesem Link verfügbar ist. Gelöscht werden Anträge, die den Namen der beantragenden Person enthalten, "sofern diese Ergebnisse in Anbetracht aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere der verstrichenen Zeit, den Zwecken, für die sie verarbeitet worden sind, nicht entsprechen, dafür nicht oder nicht mehr erheblich sind oder darüber hinausgehen," heißt es auf der Website. Es ist auch möglich, mittels Vollmacht für andere Personen die Löschung zu beantragen. Im Formular muss das Land angegeben werden, in dem der Nutzer derzeit lebt, sowie Name und Email-Adresse. Beantragt man die Löschung für einen anderen Menschen, möchte Google den Beziehungsstatus zu dieser Person erfahren. Wird die Löschung von mehr als einer Internetadresse aus den Suchergebnissen beantragt, so muss dies begründet werden.

Staatlicher Ausweis erforderlich

Zum Nachweis der Identität müssen die Antragsteller die "lesbare Kopie eines Sie identifizierenden Dokuments" hochladen. Laut Google soll das dabei helfen, Identitätsdiebstahl oder die unrechtmäßige Behinderung von Wettbewerbern zu verhindern. Angaben können dem US-Konzern zufolge geschwärzt werden, "soweit die übrigen Informationen eine Identifizierung Ihrer Person ermöglichen." Es müsse sich aber unbedingt um ein offizielles staatliches Dokument handeln, heißt es explizit auf der Website.

"Wir verwenden diese Informationen ausschließlich zur Authentifizierung Ihres Antrags und werden dieses Dokument innerhalb eines Monats nach Abschluss der Bearbeitung Ihres Antrags löschen, sofern gesetzlich nichts Anderweitiges geregelt ist," heißt es von Google. Wegen Datenschutzbedenken stand der Internetkonzern in den vergangenen Jahren mehrfach in der Kritik, auch in Bezug auf den vom Whistleblower Edward Snowden aufgedeckten NSA-Skandal.

Individuelle Prüfung

"Bei der Umsetzung dieser Entscheidung werden wir jede Anfrage individuell prüfen und zwischen den Datenschutzrechten des Einzelnen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft und Informationsweitergabe abwägen," heißt es außerdem auf dem Formular. Es ist also davon auszugehen, dass die Löschung eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird - allein am ersten Tag waren 12.000 Anträge besorgter EU-Bürger bei Google eingegangen.

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