Internet kann das Fernsehen nicht killen

Internet kann das Fernsehen nicht killen

Weltfernsehtag: Auch das Internet kann dem TV nichts anhaben.

Die Vereinten Nationen begehen an diesem Donnerstag den Weltfernsehtag. Der Bedeutung und Verbreitung des Mediums hat bisher auch das Internet nichts anhaben können. "Das Fernsehen bringt die Welt in das Leben der Menschen und in ihre Wohnzimmer", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Die Europäer sähen heute mehr Fernsehen als jemals zuvor.

Die Vereinten Nationen würdigen das Medium und seinen nachhaltigen Einfluss auf das Leben der Menschen seit 1996. Lange war der "Welttag des Fernsehens" von TV-Sendern weitgehend ignoriert worden. In diesem Jahr wollen die Sender aber in mehr als 20 Ländern gemeinsam mit Beiträgen und einem Video-Clip internationaler TV-Verbände auf den Gedenktag aufmerksam machen und die Bedeutung des Mediums herausstellen.

Die durchschnittliche Zeit, die die Menschen vor dem Fernseher verbringen, sei trotz Internet und Sozialen Medien seit 1988 sogar kontinuierlich gestiegen, sagte Gerd Holl, Europa-Manager bei Toshiba. Während vor rund 25 Jahren die Zuschauer noch 2,4 Stunden täglich vor der Mattscheibe saßen, seien es im vergangenen Jahr bereits 3,7 Stunden gewesen. Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien VPRT ermittelte im August sogar eine monatliche Nutzung von im Schnitt 130 Stunden, also mehr als vier Stunden. Damit liege das klassische Fernsehen deutlich vor dem Internet mit einer durchschnittlichen Nutzung von 25 Stunden im Monat.

Inzwischen hält das Internet aber auch Einzug ins Fernsehen. Moderne Smart-TVs gehören zu den großen Trends der Branche. Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom sind inzwischen 77 Prozent der verkauften TV-Geräte mit einem integrierten Netzzugang ausgestattet, der Zugang zu den eigenen Mails, Sozialen Netzwerken oder zur Videoplattform Youtube verschafft. Allerdings wird das smarte Fernsehen noch von wenigen Besitzern eines entsprechenden Geräts genutzt, die meisten wollen in erster Linie das traditionelle Programm schauen.

"Das Fernsehen entwickelt sich kontinuierlich weiter mit einem wesentlichen Ziel: Wir wollen, dass die Zuschauer die großen Gewinner der technologischen Evolution sind", sagte Philippe Delusinne, Chef von RTL Belgien und Präsident des europäischen Branchenverbands ACT. Neue Technologien bedeuteten letztlich nur mehr Wege, Fernsehen zu schauen.

Der erste, 1928 auf der Funkausstellung in Berlin gezeigte Fernseher hatte noch eine Bildschirmfläche von 4 mal 4 Zentimetern. Heute gehören Flachbildfernseher mit einer Diagonale von 50 Zoll (127 Zentimeter) zum Standard. "Das Fernsehen entwickelt sich rasant", sagte Holl. Durch die flache Bauweise hat sich der Fernseher zudem vom Wohnzimmermöbel vielfach zum großflächigen Wandschmuck gewandelt. Vor mehr als einem Jahr habe Toshiba als erster Hersteller einen Ultra-HD-Fernseher auf den Markt gebracht, sagte Holl. Die neue Display-Technologie gehört zu den großen Trends der Branche. Sie gibt das Bild um ein Vielfaches schärfer wieder als jemals zuvor.

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