Instagram: Von der schnellen Foto-Plattform zur Kunst-Galerie

Instagram: Von der schnellen Foto-Plattform zur Kunst-Galerie

Die Facebook-Tochter Instagram hat sich zum fotografischen Kurzzeit-Gedächtnis der Social-Media-Welt entwickelt. Ein Projekt soll den künstlerischen Wert der Instagram-Bilder weiter steigern.

Die Foto-Plattform Instagram ist das derzeit am schnellsten wachsende Social-Media-Angebot. Kein Wunder, ermöglicht Instagram doch die rasche, unkomplizierte Weitergabe von Bildern. Das Tochterunternehmen von Facebook verzeichnet derzeit rund 218 Millionen User, täglich werden 55 Millionen Einträge verzeichnet. Instagram ist das fotografische (Kurzzeit-) Gedächtnis von Social Media.

Zwei Spanier haben sich nun das Ziel gesetzt, Instagram-User bei der Verbreitung ihrer Kunstwerke (und viele Bilder sind tatsächlich Kunstwerke) zu helfen und aus der Online-Plattform eine Kunstgalerie zu machen - inklusive "echten", also physischen, Räumlichkeiten. Instagramers Gallery nennen sie ihr Projekt, das zunächst aus eben dieser Website besteht, auf die Instagram-User ihre besten Fotos hochladen und damit (weiter) verbreiten können. Dort können auch Interessierte die Fotos sehen, die nicht bei Instagram registriert sind; damit sollen die Bilder einem noch breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Es gibt auch eine Suchfunktion auf der Site.

Zweite Grundidee des Projekts: Täglich werden die besten Bilder mit dem "Instagramers Prize" prämiert, zudem gibt es einen "Gallery Photo Prize", der mit 100.000 Dollar dotiert ist und im Mai endet.

Idee Nummer drei: Echte Galerien sollen die besten Instagram-Bilder zeigen. Derzeit gibt es eine solche Galerie in Miami, in den nächsten Wochen soll eine weitere in Madrid eröffnet werden.

Im Interview mit FORMAT.AT erläutern die beiden Gründer der Instagramers Gallery, Jorge Martinez und Phil Gonzalez, ihre Beweggründe und was sie langfristig erreichen wollen.
Format : Wie verändert Instagram unsere Einstellung zu Fotos?

Jorge Martinez : Instagram und die Instagramers Gallery heben die Bedeutung von Social Media innerhalb der Kunstwelt hervor, sie machen also aus einer „augenblicklichen“ Kunstform eine noch unmittelbarere. Und besonders wichtig finde ich den Umstand, dass Kunst so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wird und die Möglichkeit gibt, selbst künstlerisch tätig zu werden.

Ist es aber überhaupt möglich, eine solche Social-Media-Plattform in etwas zu verwandeln, das längeren Bestand hat?

Martinez : Ganz sicher. Das war auch der Grund dafür, dass wir eine physische Gallerie eröffnet haben. Wir wollten, dass Instagram-Bilder länger bestehen bleiben.

Was war noch Ihre Motivation, eine solche physische Ausstellung zu eröffnen?

Phil Gonzalez : Ich denke, es war höchste Zeit, einen physischen Raum für Instagramers zu eröffnen, damit die Betrachter den Wert und die Kunst der Instagram-Fotografie wertschätzen können. Die Galerie wird nicht nur die besten Werke zeigen, sondern es wird ein umfassendes Programm mit Seminare, Gesprächsrunden, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen geben. Damit wollen wir der ganzen Welt die Kunst der Instagram-Fotografie zeigen.

Die Gründer der Instagramers Gallery: Jorge Martinez (li.) und Phil Gonzalez.

Welche Reaktionen gab es bisher auf Ihr Projekt?

Gonzalez : Die Galerie wurde ganz ausgezeichnent aufgenommen, es gab Presseberichte über den Start von Instagramers Gallery in den USA, Italien und Singapur. Unsere Site hatte innerhalb der ersten Woche nach dem Start mehr als 20.000 Views – das hat all unsere Erwartungen übertroffen.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Martinez : Wir wollen mehr physische Galerieräume in aller Welt eröffnen, wir werden Ende dieses Monats eine weitere Galerie in Europa aufsperren. Wir planen auch eine App, die den Usern die Möglichkeit geben soll, ihre Bilder direkt auf die Site hinaufzuladen.

Linktipp : Eine schöne Übersicht über den Status Quo von Instagram gibt es Social Secrets .

Robert Prazak

Dem Autor auf Twitter folgen:

Wirtschaft

Mateschitz und Benko checken bei Checkrobin ein

Technik

Twitter verschärft Regeln gegen Hetze und Gewaltandrohungen

Wirtschaft

Druck auf Booking.com wegen Preisklauseln