equityfinder.at - Dating-Plattform für Gründer und Investoren

equityfinder.at - Dating-Plattform für Gründer und Investoren

Gründer bekommen von Österreichs Banken nur schwer einen Kredit, Crowdfunding steht erst am Anfang. Einen neuen Schub für den Wirtschaftsstandort soll nun eine neue Website liefern, die von der aws betrieben wird.

In Gesprächen mit Journalisten klagen Österreichs junge Firmengründer seit Jahren über das gleiche Problem: Zwar gibt es durch Förderungen von diversen Stellen wie der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eine gute Starthilfe – doch wer daraufhin rasch wachsen will, der ist gegenüber Jungunternehmern aus anderen Ländern im Nachteil: Während in London, Berlin und dem Silicon Valley risikofreudige Investoren Kapital in neue Geschäftsideen stecken, ist das Risikokapital in Wien noch sehr dünn gesät. Gleichzeitig sind auch die Eigenkapitalanforderungen für Österreichs Banken strenger geworden – auf die Frage, ob sie für ihr neues Projekt einen Kredit bei ihrer Hausbank bekommen, können die meisten Start-up-Unternehmer nur mit einem müden Lächeln antworten.

„Gerade junge, überdurchschnittlich wachsende Unternehmen stehen oft vor dem Problem, ausreichend Mittel für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee aufbringen zu können“, sagt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner: „Daher wollen wir die Finanzierung neuer Produkte und Dienstleistungen mit alternativen Finanzierungsformen erleichtern“. Das Resultat dieser Überlegungen ist die Website equityfinder.at , die am Montag ins Leben gerufen wurde: Hier können sich Unternehmen und Investoren bewerben und werden so miteinander verkuppelt – eine Art Dating-Plattform für die junge Wirtschaft also. Betrieben wird die Website von der aws.

Es tut sich was

Zwar stehen alternative Finanzierungsformen in Österreich noch am Anfang – aber auch hierzulande entwickelt sich langsam eine Szene aus kreativen Start-up-Unternehmen, risikofreudigen Investoren, Gemeinschaftsbüros als Plattformen zum gemeinsamen Austausch und Crowdfunding-Plattformen zwecks Finanzierung aus der Masse: Conda.at und 1000x1000.at sind nur zwei Beispiele für derartige Finanzierungsformen, manche Österreicher holen sich inzwischen auch Kapital auf ausländischen Plattformen wie kickstarter.com und indiegogo.com .

„Die Nutzung alternativer Finanzierungsformen durch KMU hat sich von fünf Prozent im Jahr 2011 auf einen Anteil von neun Prozent im Jahr 2013 fast verdoppelt“, nennt Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer aws, Zahlen aus einer aktuellen Marketmind-Studie: „28 Prozent der von uns aktuell befragten Unternehmen haben angegeben, künftig alternative Finanzierungsformen in Anspruch nehmen zu wollen“.

Bescheidener Andrang

Die Nutzung der Plattform ist kostenlos, am Montag Abend war die Zahl der registrierten Mitglieder allerdings noch äußerst bescheiden: 20 Unternehmen zeigte die Website an, sowie 24 Investoren – als Testimonials werden Oliver Holle, CEO speedinvest.com , und Paul Pöltner, Geschäftsführer Business Development & Finance bei CONDA, angeführt.

Positiv ist aber durchaus die Reaktion von der Jungen Wirtschaft, deren Bundesvorsitzender Herbert Rohrmair-Lewis das Projekt als „weiteren wichtigen Schritt für einen besseren Zugang von Start-ups zu alternativen Finanzierungsformen“ bezeichnete. Dennoch müssten diesem positiven Schritt weitere folgen, schreibt er in einer Presseaussendung: „Ich erinnere an die versprochene Verbesserung des Rechtsrahmens für Crowdfunding, der bis Ende März 2014 hätte stehen sollen, allerdings noch ausständig ist.“ Der Waldviertler Unternehmer Heini Staudinger, Geschäftsführer von GEA, hatte in den vergangenen Jahren durch unkonventionelle Finanzierungsformen den Groll der Finanzmarktaufsicht auf sich gezogen – spätestens seit diesem Fall erregt das Thema Crowdfunding die Gemüter.

Flirten für Unternehmer

Eine positive Reaktion auf Mitterlehners Aktion kam auch von der politischen Opposition: Das Social Media-Team von Neos bezeichnete equityfinder.at auf Twitter als „Tinder für Startups“.

Start-up auf Suche nach Finanzierung? InvestorIn auf Suche nach Projekt? http://t.co/w9NnJGaV2z - das Tinder für Startups/InvestorInnen

— Das Neue Österreich (@neos_eu) 4. August 2014

Tinder ist eine App, über die sich fremde Menschen kennenlernen und eine romantische Beziehung eingehen können. Die Liebe zwischen Gründern und Geld sollte durch das Projekt also auf eine neue Ebene gehoben werden.

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