Bio und Tierschutz: Shoppen per App mit gutem Gewissen

Bio und Tierschutz: Shoppen per App mit gutem Gewissen

Eine neue App aus Wien hilft bei der Suche nach Shops, deren Produkte ohne Tierversuche entstanden sind. Außerdem bietet die Website marktcheck.at Hilfe beim moralisch einwandfreien Einkauf.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Nahrungsmittel mit Pestiziden durchsetzt sind und Kleidungsstücke in Entwicklungsländern unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden – doch was kann der Einzelne tun, um mit gutem Beispiel voran zu gehen und auf einwandfreie Produkte zu setzen? Zwar gibt es diverse Organisationen, die moralisch akzeptable T-Shirts und Bananen zertifizieren – doch im Shopping-Alltag ist es oft schwer, die richtige Anlaufstelle zu finden. Dabei sollen nun Apps und Web-Datenbanken helfen.

Die neue Smartphone-App „animal.fair“ (erhältlich für iPhone und Android ) hilft zum Beispiel beim Kauf von Produkten, die nicht an Tieren oder Menschen getestet wurden. Dahinter steht ein im Jahr 2010 gegründeter Verein, dessen Aufgabe es laut Website ist „Tiere zu schützen und Tierrechte einzufordern“. Ist die App einmal heruntergeladen, so können verschiedene Kategorien – etwa „Kleidung“, „Lebensmittel“ oder „Lokale & Hotels“ – ausgewählt werden; Shops mit tierfreundlichen Produkten werden anschließend auf einer Karte angezeigt.

Auf der Website von „animal.fair“ können die Shops auch ohne Smartphone, also vom normalen PC aus gefunden werden.

Produkt-Datenbank von Greenpeace

Ein sehr umfassendes Angebot für den Kauf ethisch vertretbarer Produkte bietet außerdem die Datenbank von marktcheck.at – hinter dieser steckt kein geringer als die etablierte NGO Greenpeace. In der Produktdatenbank im Web kann nicht – wie bei der zuvor erwähnten App – nach einzelnen Shops gesucht werden, sondern nach spezifischen Produkten. Diese werden dann danach bewertet, wie weit sie sozialen, ökologischen und Tierschutz-Kriterien entsprechen.

Vor Ort helfen schließlich diverse Siegel, um sich den Weg durch den Produkte-Dschungel zu bahnen. Allerdings gibt es hier Zertifizierungen wie Sand am Meer: Das von der gleichnamigen NGO vergebene „Fairtrade“-Siegel zertifiziert etwa Produkte aus Entwicklungsländern, die zu fairen Bedingungen produziert wurden; das „Marine Stewardship Council“ (MSC) versucht, mit einem Siegel für Fischprodukte die Überfischung der Meere zu einzudämmen, die „Rainforest Alliance“ vergibt Siegel an Unternehmen, die bestimmte Standards für nachhaltige Landwirtschaft befolgen. Mindeststandards für Bio-Produkte garantiert das seit 2010 EU-weit verbindliche Bio-Siegel der EU; in Österreich hat sich zudem das Bio-Siegel der AMA etabliert.

Freilich ist bei keinem dieser Siegel garantiert, dass nicht doch Schlupflöcher im Rahmen der Wertschöpfungskette ausgenutzt werden – wer aber auf diese Siegel setzt, bei dem ist eine weiße Weste wahrscheinlicher als bei einem herkömmlichen Produkt ohne externe Kontrolle.

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