7 Tipps, um mit dem Web das Export-Geschäft anzukurbeln

7 Tipps, um mit dem Web das Export-Geschäft anzukurbeln

Österreich ist ein Export-Land. Und wer so erfolgreich sein will wie Red Bull oder Frequentis, der kann Tools von Google und Facebook nutzen. Außerdem ist die Wirtschaftskammer beratend zur Stelle.

Das Export-Geschäft ist der Treiber der Wirtschaft: Während sich Österreich ansonsten nahezu in der Stagnation befindet, wuchs der Export heuer um mehr als zwei Prozent; sechs von zehn Euro kommen aus dem Ausland. Das ist nicht nur auf große Marken wie Red Bull oder Frequentis zurück zu führen, sondern auch auf KMU: Das Hagenberger Unternehmen Runtastic bietet Apps für Smartphones an und verzeichnet über 70 Millionen Downloads, der Ofenhersteller Biofire erwärmt auch die Haushalte Südafrikas. So verschieden diese beiden Unternehmen auf den ersten Blick sein mögen: Ihre Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie auf das Web setzen.

Denn laut Markus Kienberger, Country Manager von Google Österreich, wachsen Unternehmen, die das Web als Vertriebs-, Marketing- und Werbekanal nutzen, doppelt so schnell wie ihre Mitbewerber: „Das Internet ist die Handelsstraße des 21. Jahrhunderts“, sagt er schmunzelnd. Google kooperiert nun mit der Außenwirtschaft Österreich, um mehr österreichische Unternehmen ins Web zu bringen, ihre Exportchancen so zu steigern – und potenzielle Neukunden für die Google-Werbeprogramme zu gewinnen.

Die folgenden Tipps von Google, der AWO und format.at können Unternehmen helfen, ihr Export-Geschäft anzukurbeln:

1. Eine eigene Website ist der erste Schritt. Einer Erhebung der Statistik Austria zufolge haben derzeit über 85 Prozent aller österreichischen Unternehmen einen eigenen Auftritt im Web. Die Seite muss nicht mal sonderlich aufwändig sein, sollte aber Informationen über das Unternehmen und Produkte erhalten – in vielen Zielmärkten österreichischer Exporteure recherchieren über 60 Prozent online, bevor sie etwas kaufen. Außerdem ist es nützlich, wenn die Seite auch auf mobilen Geräten schick aussieht, denn immer mehr Kunden surfen unterwegs auf dem Tablet-PC oder Smartphone.

2. Die aktuellen Trends im Zielland können mit Hilfe von Google analysiert werden: „Google Trends“ verrät, wonach die Zielgruppe im jeweiligen Land gerade sucht; der „Global Market Finder“ verrät, wie viel eine Werbeeinschaltung mit Google im Zielland in der jeweiligen Landessprache kostet.

3. Für die Analyse des Nutzerverhaltens helfen diverse Tools, darunter etwa das kostenlose Tool „Google Analytics“ – so kann das Angebot auf die Zielgruppe abgestimmt werden.

4. Wer seine Mitarbeiter in Bezug auf Web-Tools schulen möchte, der findet unter adwords-training.at kostenlose Workshops von Google – der Fokus liegt freilich auf Produkten des Konzerns, allerdings werden auch Fragen zu Mitbewerbern beantwortet, sagt Kienberger zu Format.at. Außerdem bieten andere Institutionen, etwa zahlreiche FHs, Fortbildungen zu Internet-Marketing an.

5. Im Bereich Social Media ist freilich nicht Google der Platzhirsch, sondern Facebook. Auch hier kann zielgerichtet geworben werden: Der potenzielle Kunden kann nicht nur anhand seines aktuellen Wohnorts im Zielland, sondern auch anhand seiner Hobbys und Interessen adressiert werden. Mit dem neuen Design der Facebook-Seiten hat man zudem stets die Konkurrenz im Blick.

6. Mit der „Export Business Map“ haben Google und die WKO Außenwirtschaft Austria eine Broschüre veröffentlicht, die Web-Trends in Österreichs wichtigsten Exportmärkten zeigt. Hier erfährt man zum Beispiel, dass 67 Prozent der Deutschen hohe Versandkosten beim Online-Shopping als Problem sehen, dass Italien mit 24 Prozent Europas höchste Wachstumsrate an Internetnutzern hat und dass für 10,7 Prozent der US-Einwohner nicht englisch, sondern spanisch die wichtigste Sprache ist.
Download: "Export Business Map"

7. Bei allem Enthusiasmus für das Online-Geschäft kann auch der Offline-Kontakt nicht schaden. Die nächste Veranstaltung hierfür ist der 12. Österreichische Exporttag der WKO. Am 24. Juni werden von 8 bis 18 Uhr in der Wirtschaftskammer Österreich (Wiedner Hauptstraße 63) alle fragen rund um das Exportgeschäft beantwortet. Google ist mit einer Keynote von Matt Brittin, Vizepräsident Google Europa, einem Expo-Stand und Workshops vertreten; außerdem reisen die Wirtschaftsdelegierten aus dem Ausland an und beraten mit ihrem Fachwissen.
Anmeldung: www.exporttag.at

Abgesehen von den erwähnten Tipps für den Online-Erfolg kann es für Export-Unternehmen ohnehin nicht schaden, sich mit der Außenwirtschaft Austria kurzzuschließen – allein für eine Beratung zu der Situation im Zielland, sowie die Teilnahme an gemeinsamen Messeständen: Ein wichtiges Thema beim Exporttag 2015 ist nämlich auch die Expo Mailand 2015.

Jungunternehmer bekommen zudem besondere Hilfe – etwa durch das Programm „Go Silicon Valley“, das Start-ups für drei Monate nach Kalifornien schickt, so dass die Unternehmer dort lernen und Netzwerke bilden können. Außerdem können die Jungunternehmer beim Pioneers Festival (29./30. Oktober, Wien) ebenso auf die Unterstützung der Wirtschaftskammer setzen wie auf dem Web Summit (4. Bis 6. November, Dublin).

Eine Kopie des Erfolgskonzepts der „Go Silicon Valley“-Initiative in andere Märkte kann sich die AWO vorstellen, verrät Marketingdirektor David Bachmann gegenüber Format.at: Konkret wären solche Formate auch für das britische Cambridge oder die israelische Tech-Hochburg Tel Aviv denkbar. Details dazu wird es aber wohl erst im Frühjahr 2015 geben.

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